Rassistischer Anschlag vor zehn Jahren: München gedenkt der Opfer

Rassistischer Anschlag vor zehn Jahren: München gedenkt der Opfer
Am 22. Juli 2016 erschoss ein 18-jähriger Rechtsextremist neun Menschen am Münchner Olympia-Einkaufszentrum. Zum Gedenkakt am zehnten Jahrestag kommt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

München (epd). Mit einem zentralen Gedenkakt erinnert die Stadt München an diesem Mittwoch an den Anschlag am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) vor zehn Jahren. Ein 18-jähriger Deutsch-Iraner erschoss am 22. Juli 2016 aus rassistischen Motiven acht Jugendliche und eine Erwachsene und tötete sich später selbst. Die Opfer hatten türkische, griechische oder albanische Wurzeln oder gehörten der Gruppe der Sinti und Roma an.

Die Tat wurde von den Behörden zunächst als Amoklauf aus persönlicher Rache eingestuft. Erst nachdem mehrere Gutachten die rechtsextreme Gesinnung des Täters offengelegt hatten, bewertete das Bayerische Landeskriminalamt 2019 die Taten als rassistisch motiviert. Die Angehörigen der Opfer haben sich in der Initiative „München OEZ erinnern!“ zusammengeschlossen. In einer jüngst veröffentlichten Online-Petition fordern sie einen Untersuchungsausschuss im bayerischen Landtag, um alle Hintergründe der Tat aufzuklären.

Steinmeier, Aigner und Krause bei Gedenkakt

Bei der Gedenkveranstaltung am Mittwochnachmittag sprechen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) und Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) sowie Angehörige der Opferfamilien.