Weimar (epd). Mit einem Gottesdienst ist am Samstag in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald der von den Nationalsozialisten ermordeten Geistlichen Paul Schneider (1897-1939) und Otto Neururer (1882-1940) gedacht worden. Schneider wurde als Mitglied der Bekennenden Kirche am 18. Juli 1939 im Konzentrationslager auf dem Ettersberg bei Weimar von den Nationalsozialisten ermordet. Er galt unter seinen Mithäftlingen als der „Prediger von Buchenwald“.
Schneider und Neururer stünden stellvertretend für die Vielzahl weiterer Geistlicher, die in Buchenwald gelitten hätten, sagte Pfarrer Peter Gümbel dem Evangelischen Pressedienst (epd). Nach Angaben der Gedenkstätte waren in Buchenwald rund 500 evangelische und katholische Geistliche inhaftiert, gequält und zum Teil auch ermordet worden.
Arrestzelle mit Rosen geschmückt
Zu den bekanntesten Gefangenen gehörte auch der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer (1906-1945), der zwischen Februar und April 1945 in Buchenwald festgehalten wurde, bevor er im KZ Flossenbürg ermordet wurde.
Den Gedenkgottesdienst gestalteten die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde und die katholische Pfarrgemeinde Weimar gemeinsam. Die ehemalige Arrestzelle Schneiders wurde mit Rosen geschmückt. An diesem Ort unvorstellbarer Grausamkeit, an dem sich Menschen als Herrenmenschen aufgeführt und andere gequält hätten, seien trotz aller Unterdrückung Worte der Ermutigung gesprochen und weitergegeben worden, erklärte die Evangelische Kirchengemeinde.



