Berlin (epd). In der CDU wird Kritik an der durch eine Leihmutterschaft entstandene Elternschaft von Jens Spahn (CDU) und seinem Mann laut. „Frauen dürfen weder zum Sex gekauft, noch als Brutkasten missbraucht werden“, sagte die Vorsitzende der Gruppe der Frauen der Unionsfraktion im Bundestag, Mechthild Heil, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstag).
Heil sagte, die allermeisten Frauen seien „den Käufern dieser Ausbeutung nicht gleichgestellt“. Sie handelten aus finanzieller Not, physischer oder psychischer Abhängigkeit oder dem vermeintlichen Mangel an Alternativen. „Die wenigen selbstbestimmten Frauen, die unabhängig und frei entscheiden können, unterstützen am Ende aber auch dieses ausbeuterische System zwischen Kaufeltern und Leihmüttern“, sagte sie und ergänzte: „Ich lehne den Kauf von Kindern und damit die Leihmutterschaft ab.“
CDU-Landesvorsitzender fordert Rücktritt
Am Mittwoch war bekannt geworden, dass Spahn, der im Mai als Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion wiedergewählt worden war, und sein Ehemann Eltern geworden sind. Der „Bild“-Zeitung bestätigte Spahns Mann Daniel Funke, dass das Kind von einer sogenannten Leihmutter geboren wurde. In Deutschland ist das verboten, in anderen Ländern wie den USA erlaubt. Spahn selbst äußerte sich bislang auf Anfrage nicht.
Weil die Inanspruchnahme einer Leihmutterschaft im Widerspruch zur Position der CDU und auch früheren Aussagen von Spahn selbst steht, sorgt der Fraktionschef für Kritik in den eigenen Reihen. Der Vorsitzende des CDU-Landesverbands Mecklenburg-Vorpommern, Daniel Peters, forderte in der „Bild“-Zeitung am Freitag den Rücktritt von Spahn. „Mit einer Leihmutterschaft in den USA hat Spahn sich in voller Absicht über in Deutschland geltendes Recht hinweggesetzt“, sagte Peters. Es gehe „überhaupt nicht“, dass Spahn für sich in Anspruch nehme, „als Privatperson ganz anders handeln zu können, als er als CDU-Mandatsträger abstimmt“.




