Leipzig (epd). Der Schauspieler und Komiker Hape Kerkeling hat beim Christopher Street Day (CSD) in Leipzig zu einer Verteidigung der Rechte sexueller Minderheiten aufgerufen. „Wir spüren, dass der Wind kälter wird“, sagte er vor dem Hintergrund von Angriffen Rechtsextremer auf CSD-Veranstaltungen in einer Videobotschaft für die Leipziger CSD-Kundgebung am Samstag. „Aber wir gehen nicht wieder in die Unsichtbarkeit“, fügte der schwule Fernsehstar hinzu, der Botschafter des Leipziger CSD war.
Es sei die „Pflicht der gesamten Gesellschaft“, für die Freiheit einzustehen, sagte Kerkeling. „Demokratie beweist sich darin, wie entschlossen sie Minderheiten schützt“, ergänzte er. Kerkeling verwies auf die großen Demonstrationen gegen das SED-Regime 1989 in Leipzig. „Freiheit ist wie ein Garten, man muss sie hegen, pflegen und manchmal auch gegen Unkraut verteidigen“, sagte er.
Bürgermeisterin: In Leipzig 1992 erster CSD im Osten
Zum Christopher Street Day (CSD) in Leipzig wurden bis zu 20.000 Menschen zu einer Demonstration erwartet. Eine CSD-Programmwoche hatte bereits am 10. Juli mit dem Hissen der Regenbogenfahne vor dem Rathaus begonnen. Die Bürgermeisterin und Leiterin des Sozialdezernats, Martina Münch (SPD), erinnerte am Samstag daran, dass in Leipzig 1992 der erste CSD in Ostdeutschland stattfand.
Die CSD-Bewegung geht auf ein Ereignis am 28. Juni 1969 in der Christopher Street in New York City zurück. Besucher der Schwulen-Bar „Stonewall Inn“ widersetzten sich damals der Polizeigewalt. Inzwischen ist der CSD eine globale Bewegung für die Akzeptanz und die Rechte queerer Menschen. In Deutschland fanden erste organisierte CSD-Paraden 1979 in Berlin und Bremen statt.



