Düsseldorf (epd). Der frühere deutsche Botschafter in Syrien und heutige Leiter des Deutschen Orient-Instituts, Andreas Reinicke, geht von einer freiwilligen Rückkehr vieler Syrer in ihr Heimatland aus. „Wenn die wirtschaftlichen Voraussetzungen stimmen, wird sich die Frage der Abschiebungen zum Teil von selbst lösen - weil viele freiwillig zurückgehen wollen“, sagte Reinicke der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Freitag). Die Rückkehr von Syrern aus Deutschland könne die Entwicklung Syriens zu einem modernen Land vorantreiben. „Und diejenigen, die nicht zurückgehen wollen, brauchen wir vielleicht in Deutschland.“
Der syrische Staat versuche nach fast 15 Jahren Bürgerkrieg, seine Infrastruktur wieder aufzubauen, sagte der Ex-Diplomat, der vor kurzem mit deutschen Wirtschaftsvertretern in Syrien war. Zur deutschen Delegation habe auch ein junger Mann gehört, der vor zehn Jahren aus Syrien nach Deutschland gekommen sei, berichtete Reinicke. „Heute spricht er fließend badisch und hat als Elektroinstallateur hochmoderne Lösungen für die Einspeisung von Solarenergie ins syrische Netz entwickelt. Er hat ein eigenes Unternehmen in Deutschland und nun auch in Syrien.“




