Neonazi Liebich in Chemnitzer Frauengefängnis eingeliefert

Neonazi Liebich in Chemnitzer Frauengefängnis eingeliefert
Die tschechischen Behörden haben Marla Svenja Liebich am Mittwoch nach Deutschland ausgeliefert. Ob die umstrittene Person in einem Frauengefängnis bleiben wird, ist noch unklar.

Berlin (epd). Die tschechische Justiz hat Neonazi Marla Svenja Liebich nach Deutschland ausgeliefert. Liebich wurde am Mittwoch in die Justizvollzugsanstalt in Chemnitz eingeliefert, wie die Staatsanwaltschaft Halle dem Evangelischen Pressedienst (epd) auf Anfrage mitteilte. Dabei handelt es sich um eine Haftanstalt für Frauen. Medienberichten zufolge soll nun die Gefängnisleitung entscheiden, ob Liebich dort dauerhaft einsitzen wird.

Liebich war im Juli 2023 von einem deutschen Gericht wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu anderthalb Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Im Mai 2025 verwarf das Oberlandesgericht Naumburg die Revision Liebichs. Nach der Verurteilung ließ die 55-jährige Person ihr Geschlecht von männlich auf weiblich und ihren Vornamen von Sven zu Marla Svenja ändern. Kritiker warfen ihr einen Missbrauch des Selbstbestimmungsgesetzes und eine gezielte Provokation vor. Beim Amtsgericht Halle liegt ein Berichtigungsantrag gegen Liebichs Geschlechtsänderung vor.

Gericht wies Beschwerde gegen Auslieferung ab

Liebich tauchte vor Antritt der Haftstrafe unter und wurde im April dieses Jahres aufgrund eines europäischen Haftbefehls in Tschechien gefasst. Das Oberlandesgericht Prag wies vergangene Woche Beschwerden Liebichs gegen eine Auslieferung als unbegründet ab. Das Gericht bestätigte damit ein Urteil der Vorinstanz. Liebich hatte argumentiert, er habe Angst, in Deutschland in eine Haftanstalt für Männer eingewiesen zu werden.