Düsseldorf (epd). Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch kritisiert die von der Bundesregierung geplanten Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende. „Beim Unterhaltsvorschuss brauchen wir Maßnahmen, um Zahlungen bei den Unterhaltssäumigen durchzusetzen“, sagte Schuch der „Rheinischen Post“ (Mittwoch). Leistungseinschränkungen für alleinerziehende Elternteile und deren Kinder seien der falsche Weg. „Sie treffen Menschen, die ohnehin schwer belastet sind.“
Alleinerziehende können den staatlichen Unterhaltsvorschuss beantragen, wenn der andere Elternteil seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommt. Seit Mitte 2017 kann das Geld so lange fließen, bis das jeweilige Kind 18 Jahre alt wird. Künftig soll der Anspruch mit dem 16. Geburtstag enden. Es gehe darum, die 2017 ausgeweiteten Ansprüche „wieder etwas einzugrenzen“, hatte ein Sprecher des Bundesfamilienministeriums Anfang der Woche erklärt.
„Für uns steht der Mensch als Individuum im Mittelpunkt“
Schuch zeigte sich auch besorgt über Reformpläne bei der Kinder- und Jugendhilfe. Dabei sollen künftig Gruppenangebote vor individuellen Hilfen stehen. Die Diakonie halte am Weg einer am Einzelfall orientierten, bedarfsgerechten und für die Betroffenen passgenauen Leistung fest, betonte Schuch: „Für uns steht der Mensch als Individuum im Mittelpunkt.“




