Gütersloh (epd). Die junge Generation in Deutschland zeigt sich laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung optimistischer als viele ältere Menschen. Mit 13 Prozent ist der Anteil derjenigen, die eine persönliche und gesellschaftliche Verbesserung erwarten, unter den 18- bis 34-Jährigen etwa doppelt so hoch wie unter den 35- bis 64-Jährigen (6 Prozent) und den über 65-Jährigen (5 Prozent), wie eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage von YouGov im Auftrag der Stiftung ergab. Geht es um das Funktionieren der Demokratie erklärte eine Mehrheit der jüngeren Wählergruppe (69 Prozent), teils bis eher zufrieden zu sein. Auch bei den Menschen ab 35 Jahren waren es sechs von zehn (62 Prozent), wie es hieß.
Für die Studie „Demokratie braucht Zukunft“ hatte das Meinungsforschungsinstitut im vergangenen Dezember rund 2.100 Menschen online zu ihren Erwartungen an die deutsche Politik befragt. 68 Prozent der Deutschen fehlen demnach positive Zukunftsbilder für die Gesellschaft. Sie kritisieren, dass politische Entscheidungen heute nur selten langfristigen Ideen folgen (60 Prozent). Diese Wahrnehmung von Parteien ist bei Wählern zwischen 35 und 64 Jahren sowie ab 65 (je 50 und 53 Prozent) etwas stärker ausgeprägt als bei Jüngeren (44 Prozent).
Stiftungsvorstand Pinkwart: Jugend stärker einbinden, schafft Vertrauen
„Wir erkennen, dass auch in der jungen Generation die Zustimmung zu unserer Demokratie und die Zufriedenheit mit unserer Gesellschaft noch besser sein könnte“, sagte Andreas Pinkwart, seit Juli neuer der Vorstand der Bertelsmann Stiftung. Er forderte dazu auf, diese Gruppe mehr wertzuschätzen und in Prozesse einzubinden. Das stärke Vertrauen, betonte der frühere stellvertretende NRW-Ministerpräsident. „Das gilt für die Demokratie. Das gilt für die Wirtschaft. Das gilt für das Thema Nachhaltigkeit. Und das gilt für Europa.“
Die Perspektiven und Bedürfnisse junger Menschen stehen auch im Mittelpunkt der Arbeit der Stiftung unter dem Jahresthema „Zukunft sichern“. So sollen laut Vorstand Pinkwart unter anderem Programme zu Berufseinstieg, Gründerinteressen, Klimaschutz und digitaler Beteiligung auf den Weg gebracht werden. Im Jahr 2025 hat die Stiftung nach eigenen Angaben 76,2 Millionen Euro für gemeinnützige Zwecke aufgewendet.




