Berlin (epd). Im vergangenen Jahr haben in Deutschland fast 13.500 Frauen mit mehr als 15.000 Kindern Schutz in Frauenhäusern gesucht. Laut der am Dienstag in Berlin veröffentlichten Frauenhaus-Statistik des Vereins Frauenhauskoordinierung fehlten fast 12.000 Plätze in Frauenhäusern.
Laut den Bestimmungen der von Deutschland unterzeichneten Istanbul-Konvention sei ein Familienplatz pro 10.000 Einwohner vorzuhalten, teilte die Frauenhauskoordinierung mit. Auf einen Platz für eine Frau sollten demnach 1,35 Plätze für Kinder entfallen. Gemäß Konvention müsse Deutschland gut 19.600 Plätze in Frauenhäusern vorhalten, es gebe aber nur etwa 7.800.
Ein knappes Drittel (31 Prozent) der Bewohnerinnen von Frauenhäusern hätten im vergangenen Jahr Schutz in einem Haus in ihrer Stadt oder in ihrem Landkreis gefunden, hieß es weiter. Im Jahr 2015 seien es mehr als die Hälfte gewesen (52 Prozent). Fast jede vierte Frau (23 Prozent) habe ihren Aufenthalt ganz oder teilweise selbst zahlen müssen.
Warnung vor Kürzungen
Die Frauenhauskoordinierung warnte vor Kürzungen bei Gewaltschutz und Unterhaltsvorschuss. Entsprechende Pläne gehen auf eine Verabredung zwischen den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) von Ende Juni zurück. Alleinerziehende können Unterhaltsvorschuss beantragen, wenn der andere Elternteil seiner Pflicht nicht nachkommt.
Künftig soll der Anspruch mit dem 16. Geburtstag des Kinds enden. Die Frauenhauskoordinierung erklärte, eine Kürzung würde die finanzielle Absicherung treffen, die vielen Frauen den Neustart nach einer Gewaltbeziehung ermögliche.




