Berlin (epd). Der Umsatz mit fair gehandelten Produkten hat in Deutschland im Jahr 2025 einen Höchstwert von 2,7 Milliarden Euro erreicht. Damit sei im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 4,7 Prozent erzielt worden, sagte der Geschäftsführer des Forums Fairer Handel, Matthias Fiedler, am Dienstag in Berlin. Besonders in sogenannten Weltläden, Fachgeschäften für fair gehandelte Produkte, seien die Umsätze im Jahr 2025 um zehn Prozent gestiegen.
Mit knapp 41 Prozent mache Kaffee den größten Teil des Gesamtumsatzes fairer Produkte in Deutschland aus, hieß es. Darauf folgen demnach Südfrüchte mit etwa zehn Prozent sowie Textilien und Schokolade mit jeweils rund 8 Prozent.
Schutz von Umwelt- und Menschenrechten unter Druck
„Die wirtschaftliche Entwicklung des fairen Handels stimmt uns optimistisch, doch unsere politische Bilanz fällt kritisch aus“, erklärte die Vorstandsvorsitzende des Forums Fairer Handel, Andrea Fütterer. Der Schutz von Umwelt- und Menschenrechten gerate in Deutschland und der Europäischen Union zunehmend unter Druck. Das Forum Fairer Handel forderte daher, Schutzstandards zu erhalten und Unternehmen zu stärken, die Verantwortung zum Kern ihres Geschäftsmodells machten.
In Deutschland gaben die Verbraucherinnen und Verbraucher im Jahr 2025 demnach durchschnittlich 33 Euro für fair gehandelte Produkte aus. Europäischer Spitzenreiter sei die Schweiz. Dort seien pro Kopf umgerechnet rund 129 Euro für Produkte mit Fairtrade-Siegel ausgegeben worden. In Österreich waren es laut Forum Fairer Handel etwa 88 Euro, in Frankreich rund 47 Euro.




