Angehörige von RAF-Opfern für zentralen Gedenkort

Angehörige von RAF-Opfern für zentralen Gedenkort
Die Familien von Opfern des RAF-Terrors wünschen sich ein zentrales Denkmal, um zu erinnern und zu mahnen.

Berlin (epd). Angehörige von Todesopfern der RAF sprechen sich dafür aus, ein zentrales Denkmal für die von der Terrororganisation Ermordeten zu errichten. „Es wird höchste Zeit, dass die Opfer des RAF-Terrors ein zentrales Denkmal erhalten“, sagte Jörg Schleyer, Sohn des 1977 ermordeten Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer, der „Bild“-Zeitung (Dienstag) zu einem entsprechenden Vorschlag des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann (CSU).

Herrmann hatte am vergangenen Donnerstag zum 40. Todestag des Siemens-Managers Karl Heinz Beckurts und dessen Fahrers Eckhard Groppler in München gesagt, das Gedenken an die zahlreichen Opfer des RAF-Terrors müsse öffentlich begangen und ein zentrales Mahnmal geschaffen werden. Er mahnte, dass „dieses dunkle, blutige Kapitel der deutschen Geschichte noch nicht fertig aufgearbeitet sei, weder durch die polizeilichen Ermittlungen noch durch eine historische Würdigung der Opfer durch einen Ort der Trauer und des Gedenkens“. Beckurts und Groppler waren am 9. Juli 1986 in Straßlach bei München durch eine Bombe der RAF getötet worden.

Ponto-Tochter wünscht sich Mahnmal

Corinna Ponto, Tochter des 1977 ermordeten Dresdner-Bank-Chefs Jürgen Ponto, sagte der „Bild“-Zeitung, bei einem Gedenkort gehe es nicht allein um das persönliche Gedenken, sondern vor allem um ein „Mahnmal dieser Jahre in der Geschichte“. Michael Buback, Sohn des 1977 ermordeten Generalbundesanwalts Siegfried Buback, sagte: „Eine Initiative zum ehrenden Gedenken an die Opfer des RAF-Terrors kann ich nur unterstützen. Noch wichtiger erscheint mir allerdings die Klärung aller der RAF zugerechneten Morde.“

Der RAF-Experte und Buchautor Butz Peters sprach sich ebenfalls für ein zentrales Mahnmal aus. Als mögliche Inschrift schlug er in der „Bild“-Zeitung vor: „Mit Mord, Totschlag und anderen Gewalttaten ist unsere Demokratie nicht zu beseitigen.“ Als Standort böten sich Berlin, der „Geburtsort“ der RAF, oder Stuttgart mit seiner besonderen Bedeutung für die Geschichte der Terrorgruppe an.