Bad Nenndorf (epd). Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) fordert bessere Bedingungen zum Schwimmenlernen und mehr Aufklärung über Gefahren, um die Zahl tödlicher Badeunfälle zu reduzieren. „Jeder kann ertrinken, aber niemand sollte. Zuletzt haben uns rund 100 tödliche Unglücke im Juni tief betroffen gemacht“, sagte die DLRG-Präsidentin Ute Vogt am Freitag anlässlich des von den Vereinten Nationen ausgerufenen Welttages der Prävention gegen das Ertrinken am 25. Juli.
Aus Sicht der DLRG ist eine fundierte Schwimmausbildung zentral, um die Zahl der Badeunfälle zu verringern. Dafür brauche es neben weiteren freiwillig Engagierten mehr öffentliche Schwimmbäder, mehr Personal in den Bädern und mehr qualifizierte Lehrkräfte für den Schwimmunterricht an Schulen. Die Lebens-Rettungs-Gesellschaft fordere seit Langem, dass Bund, Länder und Kommunen gemeinsam einen bundesweiten Bäderbedarfsplan aufstellen und umsetzen.
Auch sollte die Aufklärungsarbeit verstärkt werden, zum Beispiel durch mehr Informationen über Gefahren an Gewässern. Die Informationen müssten in einfacher Sprache, mehrsprachig und durch Symbole unterstützt vermittelt werden. Städte und Gemeinden könnten zudem in Zusammenarbeit mit den Organisationen für die Wasserrettung für noch mehr Möglichkeiten des bewachten Badens sorgen.
Mindestens 99 Badetote im Juni
Im Juni sind in Deutschland laut DLRG mindestens 99 Menschen ertrunken. So viele Todesfälle habe es seit dem Hitzesommer 2003 nicht mehr gegeben. Die meisten tödlichen Unglücke im Juni ereigneten sich den Lebensrettern zufolge in Seen. Dort seien 55 Menschen ums Leben gekommen, 21 Menschen ertranken in Flüssen, jeweils 6 in Schwimmbädern, im Meer sowie in Kanälen.
Die DLRG rät Menschen, nur an bewachten Badestellen ins Wasser zu gehen, sich vorher abzukühlen, nicht unter Alkohol- oder Drogeneinfluss zu schwimmen und die eigene Leistungsgrenze realistisch einzuschätzen. Wer sich an diese Regeln halte, senke das Unfallrisiko erheblich. 2025 ertranken laut DLRG 393 Menschen in Deutschland.



