Hilfsorganisation mahnt mehr Ebola-Hilfe im Ostkongo an

Hilfsorganisation mahnt mehr Ebola-Hilfe im Ostkongo an
Mehr als 650 Menschen sind seit Beginn des Ebola-Ausbruchs im Ostkongo an der Infektionskrankheit gestorben. Die internationale Gemeinschaft habe "oft weggeschaut", kritisieren Helfer.

Frankfurt a.M., Kinshasa (epd). Die Hilfsorganisation NRC dringt auf mehr internationale Hilfe bei der Bekämpfung des Ebola-Ausbruchs im Ostkongo. Landesdirektor Eric Batonon rief dazu auf, die Anstrengungen zu verstärken, „damit die Maßnahmen zur Bekämpfung von Ebola schneller voranschreiten als die Krankheit selbst“. Der Ausbruch treffe Gemeinschaften, die bereits von Konflikten und wiederholten Vertreibungen erschöpft seien, unterstrich Batonon am Freitag.

In der Ituri-Provinz, dem Epizentrum des Ausbruchs, lebten Vertriebene seit Jahren in Notunterkünften, die nur für einen vorübergehenden Verbleib ausgerichtet seien, „mit ungenügenden Sanitäranlagen und Zugang zur Gesundheitsversorgung“. Während bewaffnete Gruppen um die Kontrolle über Land und wertvolle Mineralien kämpften, hätten Geber, aber auch Diplomaten „oft weggeschaut“, kritisierte Batonon.

Mehr als 650 Tote

Der Ebola-Ausbruch im Osten der Demokratischen Republik war Mitte Mai entdeckt worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rief kurz danach den internationalen Gesundheitsnotstand aus. Laut den jüngsten Daten der kongolesischen Behörden gibt es inzwischen 1.792 bestätigte Fälle. 652 Menschen sind demnach bisher an der Krankheit gestorben.

Gegen die für den Ausbruch verantwortliche Bundibugyo-Variante des Erregers gibt es bisher weder zugelassene Medikamente noch eine Impfung. Zusätzlich erschwert wird die Eindämmung durch die seit Jahren andauernden Kämpfe von Milizen in der Region. Die Hilfsorganisation NRC (Norwegian Refugee Council) unterstützt die Menschen in drei Provinzen im Ostkongo, etwa durch die Versorgung mit sauberem Trinkwasser oder Bildungsangebot für vertriebene Kinder.