Fall des getöteten Zugbegleiters: Zehn Jahre Haft für Angeklagten

Fall des getöteten Zugbegleiters: Zehn Jahre Haft für Angeklagten
Im Fall des getöteten Zugbegleiters hat das Landgericht Zweibrücken den Angeklagten schuldig gesprochen. Der griechische Staatsbürger aus Luxemburg muss wegen Körperverletzung mit Todesfolge für zehn Jahre ins Gefängnis.

Zweibrücken (epd). Im Fall des getöteten Zugbegleiters Serkan Çalar ist der Angeklagte zu einer Haftstrafe von zehn Jahren verurteilt worden. Das Landgericht Zweibrücken stellte die Schuld des 26-jährigen griechischen Staatsbürgers aus Luxemburg am Donnerstag fest und verurteilte ihn wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Freiheitsstrafe, wie das Gericht mitteilte. Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer ein Strafmaß von zwölf Jahren gefordert. Das Gericht ließ in den acht Verhandlungstagen eine ursprünglich von der Staatsanwaltschaft erhobene Mordanklage nicht zu. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, da eine Revision beim Bundesgerichtshof möglich ist.

Die Nebenklage hatte dem Angeklagten Mord aus niedrigen Beweggründen vorgeworfen und eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert. Der Anwalt der Opferfamilie kündigte an, ein Urteil unter 12 Jahren Freiheitsstrafe anfechten zu wollen. Die Verteidigung des Angeklagten hatte indes auf einen minderschweren Fall von Körperverletzung mit Todesfolge plädiert und eine Haftstrafe von einem bis zehn Jahren gefordert.

Zugbegleiter durch Faustschläge tödlich verletzt

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte den 36-jährigen Zugbegleiter Çalar am 2. Februar in einem Regionalexpress zwischen Landstuhl und dem saarländischen Homburg angegriffen und durch mehrere kräftige Faustschläge gegen den Kopf tödlich verletzt hatte. Kurz nach dem Überfall starb der aus Ludwigshafen stammende Çalar in der Klinik an einer Gehirnblutung. Der Schwarzfahrer, der aus Ärger über eine Fahrkartenkontrolle aggressiv wurde, hatte die Vorwürfe teilweise eingeräumt, aber einen Tötungsvorsatz abgestritten. Der Fall hatte bundesweite Diskussionen über Sicherheit im öffentlichen Personenverkehr ausgelöst.