Mannheim (epd). Die geplante Verlängerung sachgrundloser Befristungen wird nach Einschätzung eines Wirtschaftsforschers kaum neue Arbeitsplätze schaffen. „Längere Befristungen verändern vor allem die Art der Verträge, nicht die Gesamtbeschäftigung“, erklärte Eduard Brüll vom Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim am Dienstag laut Mitteilung. Wahrscheinlicher sei eine Verschiebung hin zu mehr befristeten statt unbefristeten Einstellungen.
Die Koalition plant, die Höchstdauer sachgrundloser Befristungen von bislang 24 auf 48 Monate zu erhöhen und bis zu sechs Verlängerungen zu erlauben. Zudem soll eine erneute Ersteinstellung beim selben Arbeitgeber möglich werden. Laut Brüll sprechen empirische Studien dagegen, dass solche Lockerungen die Beschäftigung insgesamt erhöhen. Vielmehr würden Übergänge in unbefristete Stellen verzögert und Weiterbildungsanreize geschwächt.
Junge und gering Qualifizierte besonders betroffen
Besonders betroffen wären jüngere und geringer qualifizierte Beschäftigte, die häufiger in befristeten Jobs arbeiten. Befristungen könnten zwar für Unternehmen in unsicheren oder projektbasierten Bereichen ein Flexibilitätsinstrument sein, sagte Brüll. Wenn das Ziel jedoch mehr und bessere Arbeitsplätze sei, reiche die Ausweitung der Befristung allein nicht aus.




