Berlin (epd). Mehrere Bauforschungsinstitute fordern eine Vereinfachung von Normen, um den Wohnungsbau in Deutschland zu erleichtern. Aktuell trieben zu komplexe Anforderungen die Baukosten nach oben, erklärten die Leiter der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen (Arge) und des Instituts für Bauforschung des Landes Niedersachsen (IFB) am Dienstag in Berlin.
Nach Berechnungen der schleswig-holsteinischen Arge sind die Kosten für Wohnungsbau in Deutschland seit dem Jahr 2000 um rund 245 Prozent gestiegen. Ein Fünftel davon sei auf veränderte Normen zurückzuführen. In einer gemeinsamen Erklärung gaben die Institute an, dass mit deren Vereinfachung ein Drittel mehr an Wohnungen gebaut werden könnte. Baukosten ließen sich so um rund 1.000 Euro je Quadratmeter Wohnfläche senken.
Bauen nach „Gebäudetyp E“
Die Institute forderten eine Ausweisung von Basisstandards, eine unabhängige Stelle zur Folgekostenabschätzung von Normen und Rechtssicherheit für den „Gebäudetyp E“. Dieser steht für einen Ansatz, bei dem auf nicht gesetzlich notwendige Vorschriften verzichtet wird, um günstiger zu bauen. Die Bundesregierung arbeitet derzeit an einem Gesetzentwurf, um Wohnungsbau nach dem „Gebäudetyp E“ zu erleichtern.
Als Beispiel für Überregulierung führten die Einrichtungen Anforderungen für den Schallschutz bei Neubauten an. Dieser müsse aufwendig rechnerisch nachgewiesen werden, was mit hohen Kosten verbunden sei. Was nach den Mindestanforderungen gebaut werde, erfülle oft schon gehobene Standards, sagte Arge-Geschäftsführer Dietmar Walberg. Am Mittwoch veranstalten die Institute eine Baunormen-Konferenz in Berlin.




