Köln, Berlin (epd). Auch fünf Jahre nach der verheerenden Flut- und Starkregenkatastrophe im Ahrtal in Rheinland-Pfalz und in Teilen Nordrhein-Westfalens ist die private Katastrophenvorsorge für viele Menschen offenbar noch nicht selbstverständlich. Das legt eine nicht repräsentative Umfrage nahe, die der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) am Dienstag vorstellte. Befragt wurden insgesamt 350 Personen in den vom Hochwasser betroffenen NRW-Orten Erftstadt und Mechernich sowie im sächsischen Neustadt, das 2013 von einem Hochwasser betroffen war.
Bis zu 44 Prozent der örtlich Befragten bewerteten ihre Katastrophen-Vorsorge demnach als unzureichend. Die Zahlen sieht der ASB als Zeichen dafür, dass es deutschlandweit zwischen dem Wissen um mögliche Katastrophen und der tatsächlichen Vorsorge immer noch einen „deutlichen Abstand“ gebe. Mehr Informationen führten offenbar nicht automatisch zu einem veränderten Verhalten.
Katastrophenschutz stärken
Die Katastrophenvorsorge hängt der Umfrage zufolge stark von den persönlichen Möglichkeiten ab. Soziale Ungleichheit ist demnach ein Faktor. So nannten 17 Prozent der Befragten in Erftstadt finanzielle Gründe als Hindernis. Im sächsischen Neustadt führten 29 Prozent fehlende Möglichkeiten zur Lagerung von Not-Vorräten an. Ein Drittel der Befragten zeigte Bereitschaft, sich künftig im Katastrophenschutz zu engagieren.
Als Konsequenz aus der Umfrage mahnt der ASB mehr Anstrengungen für einen besseren Katastrophenschutz der Bevölkerung an. Dazu gehöre eine Stärkung der Fähigkeiten zur Selbsthilfe und eine Stärkung ehrenamtlicher Tätigkeiten im Katastrophenschutz. „Wir müssen mehr Menschen in unseren Krisenvorsorge-Kursen vorbereiten und dafür Sorge tragen, dass einsame, pflegebedürftige und alte Menschen im Ernstfall nicht vergessen werden“, sagte der ASB-Bundesvorsitzende Knut Fleckenstein. In seinen Kursen vermittelt der ASB praktisches Wissen für das richtige Verhalten bei Notfällen.




