Protest gegen Kürzungen in internationaler Hilfe

Protest gegen Kürzungen in internationaler Hilfe
Vor dem Kabinettsbeschluss zu einer geplanten weiteren Sparrunde in der Entwicklungszusammenarbeit warnen Hilfswerke und Kirchen eindringlich vor dramatischen Folgen.

Berlin (epd). Unmittelbar vor dem anstehenden Kabinettsbeschluss zum Bundeshaushalt 2027 warnen Hilfsorganisationen noch einmal eindringlich vor Kürzungen bei der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe. Einschnitte hätten dramatische Folgen, mahnte die „Aktion gegen den Hunger“ am Sonntag. „Wer bei der internationalen Hilfe kürzt, riskiert Menschenleben“, betonte Geschäftsführer Jan Sebastian Friedrich-Rust.

Angesichts der drohenden Kürzungen hat ein Bündnis von mehr als einem Dutzend Hilfsorganisationen, darunter neben „Aktion für den Hunger“ auch Oxfam, „Brot für die Welt“ und Diakonie Katastrophenhilfe, Misereor oder Welthungerhilfe, für Montag Proteste vor dem Bundeskanzleramt angekündigt. Nach Angaben des Entwicklungsministeriums soll der Etat für das Haus laut Eckwertebeschluss der Bundesregierung im kommenden Jahr um knapp 600 Millionen Euro auf etwa 9,5 Milliarden Euro sinken. Damit würde er das fünfte Jahr in Folge schrumpfen. Die Mittel für humanitäre Hilfe, die im Auswärtigen Amt angesiedelt sind, wurden im Vergleich zu 2024 halbiert, auf aktuell 1,05 Milliarden Euro.

Kritik aus den Kirchen

Auch aus den Kirchen kommt Protest. So bekräftigten die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, Anna-Nicole Heinrich, und die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Irme Stetter-Karp, am Wochenende ihre Kritik an den geplanten Einschnitten. „Als Christinnen können wir den Anspruch auf praktizierte Barmherzigkeit nicht relativieren“, schrieben sie in einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Samstag).

Sie äußerten weiter die Sorge, dass die „pragmatische Allianz von Nächstenliebe und Stabilisierungsinteresse“ aus dem Blick gerate. „Wir appellieren im Interesse einer nachhaltigen Politik, weiterhin die notwendigen Mittel für funktionierende Entwicklungszusammenarbeit aufzubringen“, heißt es in dem Beitrag. „Auch ein Haushaltsplan zeichnet ein Menschenbild.“