Berlin (epd). Rund 40 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland glauben laut einer DGB-Umfrage nicht an ein Durchhalten im Beruf bis zum Rentenalter. Besonders Beschäftigte in körperlich und psychisch belastenden Berufen bezweifelten, ihren Job bis zum Erreichen des Renteneintrittsalters ausüben zu können, zitierte die Funke Mediengruppe am Sonntag aus der ihr vorliegenden Erhebung des Deutschen Gewerkschaftsbunds.
Für die Auswertung DGB-Index Gute Arbeit wurden demnach knapp 28.000 Beschäftigte in den Jahren 2022 bis 2026 befragt. Lediglich 53 Prozent glaubten, ihre derzeitige Tätigkeit bis zum gesetzlichen Renteneintritt ohne Einschränkungen ausüben zu können. 40 Prozent rechneten dagegen nicht damit. Besonders groß seien die Zweifel - mit teils mehr als 70 Prozent - etwa im Bereich Sanitär, Heizung und Klempnerei, in der Kranken- und Altenpflege, in Hochbauberufen und bei Erzieherinnen und Erziehern.
Fahimi: „Realitäten nicht ignorieren“
DGB-Chefin Yasmin Fahimi sprach von einem „bitteren Befund“. „Vier von zehn Beschäftigten glauben nicht daran, unter den aktuellen Arbeitsbedingungen bis zur Rente durchhalten zu können. Im Handwerk, der Pflege, im Baugewerbe oder in Erziehungsberufen ist es sogar mehr als die Hälfte“, sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Diese Realitäten darf die Regierung bei ihren Rentenentscheidungen nicht länger ignorieren.“
Ziel müsse sein, die Menschen gesund bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter in Erwerbsarbeit zu halten. „Statt die Messlatte beim Renteneintrittsalter immer höher zu legen, braucht es würdige Übergänge in die Rente und gesündere Arbeitsbedingungen“, betonte Fahimi.
In der vergangenen Woche bekräftigte die Regierungskoalition ihr Vorhaben zur Reformierung der gesetzlichen Rente anhand der Empfehlungen der Rentenkommission. Dazu gehört unter anderem, die Regelaltersgrenze für alle an die steigende Lebenserwartung anzupassen.




