Berlin (epd). Berlins evangelischer Bischof Christian Stäblein sieht bei der Wehrdienstfrage einen Beratungsbedarf junger Menschen durch die Kirche. „In Gewissensentscheidungen begleitet die Kirche, seit Jahrzehnten, das hat Tradition“, sagte der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz am Samstag in seinem „Wort des Bischofs“ auf der RBB-Hörfunkwelle 88.8.
Dabei wies er auf die Möglichkeit der Kriegsdienstverweigerung hin. „Das ist ein christlicher Wert, der in unserer Kultur fest verankert ist“, erklärte Stäblein. Gleichbedeutend sei jedoch auch das Schützen einer bedrohten oder angegriffenen Gesellschaft. Die jungen Menschen stünden so vor einer Gewissensfrage.
Postkartenaktion zu Beratungsangeboten
Die Evangelische Kirche in der Hauptstadtregion habe daher eine Postkartenaktion begonnen. Alle 18-jährigen, männlichen Kirchenmitglieder erhielten Informationen zu Beratungsangeboten zum Wehrdienst, hieß es. Die Beratung sei kostenfrei und ergebnisoffen, denn: „Zivile Dienste und Wehrdienste ergänzen und bedingen einander, immer schon“, betonte Stäblein. Wichtig sei, mit der Jugend zu reden und auf sie zu hören.
Alle Männer und Frauen ab dem Geburtsjahr 2008 erhalten nach Angaben der Bundeswehr seit diesem Jahr einen Fragebogen zum Interesse am Wehrdienst. Männer sind verpflichtet, ihn auszufüllen, Frauen nicht. Derzeit wird aus Kapazitätsgründen nur gemustert, wer auch Interesse bekundet. Perspektivisch sei jedoch eine Musterung aller 18-jähriger Männer angedacht.




