Halle, Brüssel (epd). Der freie Verkehr von Wissen sollte nach dem Willen mehrerer europäischer Akademien als fünfte Grundfreiheit im EU-Binnenmarkt verankert werden. Dies sei notwendig, um Europas Wissenschaftlern und Forschern einen ungehinderten Austausch von Wissen und Innovationen zu ermöglichen, erklärte die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina am Donnerstag in Halle (Saale). Gemeinsam mit dem Europäischen Forschungsrat und den Nationalakademien Finnlands, der Niederlande, der Slowakei und Zyperns hat die Leopoldina den Angaben zufolge ein gemeinsames Papier zur Freiheit der Wissenschaft erarbeitet.
Wissenschaft und Innovation seien die Grundlage für Wohlstand, Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz gegenüber globalen und internen Herausforderungen, hieß es. Analog zum freien Verkehr von Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital sollte der freie Verkehr von Wissen daher als fünfte europäische Freiheit festgeschrieben werden, hieß es in einem gemeinsamen Papier der Akademien.
Wissenschaft braucht barrierefreien Austausch und Finanzen
Bis zum Start des neuen EU-Forschungsrahmenprogramms im Jahr 2028 sollte Europa Hindernisse abbauen, um den freien Austausch von Wissen, Talenten oder Daten zu ermöglichen. Dazu gehöre auch eine ausreichende Finanzausstattung für Forschung und Innovationstransfer.
Zudem sollte Europa attraktiver für Wissenschaftler aus aller Welt werden. Talente von außerhalb der EU sollten angeworben, Talente innerhalb der EU in Europa gehalten und allen eine langfristige Perspektive für Forschung und Innovation in Europa gegeben werden, teilte die Leopoldina mit.




