Düsseldorf (epd). Nach dem tödlichen Angriff auf Beschäftigte einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade hat Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch verbesserte Sicherheitskonzepte für die soziale Arbeit angemahnt. „Wer sich jeden Tag um andere Menschen sorgt, muss sich seines eigenen Schutzes sicher sein“, sagte Schuch der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Freitag). „Gerade Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe müssen Schutzräume sein - für Kinder, für Jugendliche, für Mütter und Väter, aber auch ganz besonders für Mitarbeitende.“
Soziale Arbeit bedeute nicht nur Empathie und Zwischenmenschlichkeit, sondern professionelle und geschulte Interaktion mit Menschen mit vielschichtigen Problemlagen und tiefen Krisen, erläuterte der Diakonie-Präsident. Wenn es dabei an Zeit, Personal und finanziellen Mitteln fehle, Hilfen erst verspätet einsetzten und Fälle komplexer würden, entstünden gefährliche Situationen.
Schuch: Soziale Arbeit nicht noch weiter aushöhlen
„Darum darf die soziale Arbeit nicht noch weiter ausgehöhlt werden“, forderte Schuch und forderte: „Stationäre Jugendhilfeeinrichtungen, Beratungszentren, Kitas, Frauenhäuser benötigen eine verlässliche Finanzierung, mehr Personal und vor allem auch verbesserte Sicherheitskonzepte.“
Am Montag waren nach Polizeiangaben in einer Stader Jugendhilfeeinrichtung sechs Menschen getötet worden. Ein 45-jähriger Tatverdächtiger wurde festgenommen. Er hatte mutmaßlich bei einem sogenannten Hilfeplangespräch geschossen, bei dem es um das Sorgerecht für seine drei Monate alte Tochter ging. Bei den Getöteten handelte es sich der Polizei zufolge um vier Frauen und zwei Männer. Drei von ihnen sollen beim Jugendamt der Region Hannover gearbeitet haben.




