München (epd). Rund 70 Prozent des deutschen Sozialbudgets fließen in Renten- und Gesundheitsausgaben. Der Sozialstaat wachse somit vor allem strukturell als Folge des demografischen Wandels, teilte das Münchner ifo-Institut am Donnerstag mit. Diese Entwicklung gehe „vor allem zu Lasten der jungen Generation“, sagte ifo-Forscherin Lilly Fischer, die mit ihrem Team die Entwicklung des Sozialbudgets in Deutschland von 1992 bis 2024 untersucht hat.
Insgesamt sei dieses Budget seit 1992 preisbereinigt um knapp 60 Prozent gestiegen. Über 80 Prozent dieses Anstiegs der Sozialausgaben wiederum hänge „mit Alter und Krankheit“ zusammen, hieß es weiter. Staatliche Förder- und Fürsorgesysteme wie Arbeitslosenunterstützung, Familienleistungen, Wohngeld oder Hilfen für Menschen mit Behinderung machten heute etwa 20 Prozent des Gesamtbudgets aus.
Ausgaben für Kinder und Jugendliche stiegen um 140 Prozent
Innerhalb der Förder- und Fürsorgesysteme stiegen die Ausgaben für Kinder und Jugendliche laut ifo-Institut am stärksten, um mehr als 140 Prozent. Dennoch trugen sie lediglich rund 17 Prozent zum Zuwachs des gesamten Sozialbudgets bei.
Die Studie stützt sich den Angaben zufolge auf Daten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Das Sozialbudget umfasst dabei neben steuerfinanzierten Transfers und Versorgungsleistungen der Sozialversicherungen auch betriebliche und private Leistungen wie Betriebsrenten oder Riester-Renten.




