Wiesbaden (epd). Jeder fünfte Mensch in Deutschland zwischen 20 und 54 Jahren lebt ohne feste Partnerschaft. Der Single-Anteil variiere sehr stark nach dem Alter, teilte das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) am Donnerstag in Wiesbaden mit. In der Gruppe der 20- bis 29-Jährigen seien 42 Prozent Single, unter den 40- bis 54-Jährigen dagegen elf Prozent. Die Studienergebnisse basieren demnach auf Daten von „FReDA - Das familiendemografische Panel“, einer repräsentativen Stichprobe der Wohnbevölkerung in Deutschland, die zum Erhebungszeitpunkt 2024 im Alter von 20 bis 54 Jahren war.
In allen Altersgruppen seien es häufiger Männer, die ohne feste Partnerschaft leben, sagte Lena Frembs, wissenschaftliche Mitarbeiterin am BiB. Als Gründe nennt sie zum einen, dass Männer oftmals später als Frauen eine Partnerschaft eingehen, zum anderen gebe es in der jüngeren und mittleren Altersgruppe etwas mehr Männer als Frauen.
Auch Bildungsniveau spielt eine Rolle
Rund zwei Drittel der Singles wünschen sich den Angaben zufolge eine Partnerschaft, etwa ein Drittel bleibe bewusst Single. Insgesamt seien Frauen mit ihrem Singleleben häufig zufriedener als Männer, erläuterte Frembs. Ansonsten spiele auch das Bildungsniveau eine Rolle: „Personen mit niedriger oder mittlerer Bildung sind mit 23 Prozent häufiger Single als Hochgebildete, von denen lediglich 17 Prozent als Single leben.“
Sozialpolitisch relevant werde das Singledasein insbesondere dort, „wo die Partnerlosigkeit mit geringeren Ressourcen, eingeschränkter sozialer Absicherung oder fehlenden Unterstützungsstrukturen einhergeht“, erläuterte Kerstin Ruckdeschel vom BiB, Mitautorin der Untersuchung. Dies zeige sich vor allem in Krisen- und Belastungssituationen wie Krankheit, Pflegebedarf, Arbeitslosigkeit oder finanziellen Notlagen.




