Sieben Tage Staatstrauer nach Erdbeben in Venezuela

Sieben Tage Staatstrauer nach Erdbeben in Venezuela
Venezuela stemmt sich weiter gegen die Folgen der Erdbeben im Land. Präsidentin Delcy Rodríguez rief zur landesweiten Trauer um die mehreren tausend Toten auf.

Berlin, La Guaria (epd). In Venezuela hat die Regierung nach dem verheerenden Doppelerdbeben von vergangener Woche sieben Tage Staatstrauer ausgerufen. „Heute begleiten wir die Familien, die ihre Liebsten verloren haben, und werden für die Verwundeten, weiterhin Verschwundenen und die betroffenen Gemeinschaften beten“, erklärte die amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez am Mittwoch (Ortszeit) im Kurznachrichtendienst Telegram.

In der besonders betroffenen Region La Guaria setzen Hilfskräfte derweil ihre Suche nach Verschütteten fort. Die staatliche Nachrichtenagentur AVN berichtete, dass alle noch intakten Stadien und überdachten Sporthallen in Notlager umgewandelt worden seien. Laut AVN garantiert die Regierung zudem psychologische Unterstützung für alle Betroffenen.

Internationale Helfer beklagen Behinderung

Derweil kritisierten internationale Helfer Repressionen der Regierung, die grundlos Spionage fürchte. Der oppositionellen Zeitung „Tal Cual“ sagte der chilenische Rettungssucher Francisco Lermanda, dass das Militär Helfern seiner Organisation Topos Chile ohne weitere Gründe die Rückkehr zu Unglücksstellen verboten und dadurch das Leben von Opfern gefährdet habe. Darüber hinaus habe man sie aufgefordert, Fotos von ihren Handys zu löschen. Die Regierung begehe mit der Militarisierung der Katastrophe einen Fehler, sagte Lermanda der Zeitung.

Am vergangenen Mittwoch hatten zwei Beben der Stärken 7,2 und 7,5 Venezuela getroffen. Bis Mittwoch meldeten die Behörden knapp 3.000 Tote, mehrere zehntausend Menschen gelten als vermisst. Aufgrund von Misswirtschaft und internationalen Sanktionen herrschte in Venezuela schon vor den Beben eine humanitäre Krise.