Unicef wegen Eskalation von Gewalt im Sudan alarmiert

Unicef wegen Eskalation von Gewalt im Sudan alarmiert
Die Stadt Al-Obeid in der sudanesischen Region Nord-Kordofan wird seit mehr als eineinhalb Jahren von der paramilitärischen RSF-Miliz belagert. Unicef warnt angesichts eskalierender Gewalt vor einer Katastrophe.

Köln (epd). Im Sudan-Krieg bahnt sich nach Einschätzung von Unicef eine humanitäre Katastrophe um die Großstadt Al-Obeid an. In und um die Stadt im Bundesstaat Nord-Kordofan eskaliere die Gewalt, erklärte das UN-Kinderhilfswerk am Mittwoch. Dort seien rund 500.000 Menschen bedroht. Dabei seien Kinder in besonderem Maße in Gefahr, getötet, verletzt oder vertrieben zu werden.

„In Al-Obeid entwickelt sich eine entsetzliche Katastrophe für Kinder und Familien“, erklärte Christian Schneider, Geschäftsführer von Unicef Deutschland. „Die dramatischen Ereignisse von Al-Faschir dürfen sich hier nicht wiederholen“, mahnte er mit Blick auf die Gräuel in der Regionalhauptstadt von Nord-Darfur.

Die gegen die Armee kämpfende paramilitärische RSF-Miliz hatte Al-Faschir im Oktober 2025 nach monatelanger Belagerung eingenommen, Tausende Menschen wurden dabei getötet. Die UN sprechen von Anzeichen eines Genozids.

Al-Obeid wird seit eineinhalb Jahren belagert

Auch Al-Obeid im Süden des Sudans wird seit rund anderthalb Jahren von der RSF belagert. Experten zufolge steht der Fall der Stadt bevor.

Al-Obeid sei nicht nur eine strategisch wichtige Stadt, sondern auch ein zentraler Knotenpunkt für humanitäre Hilfe, betonte Unicef. Drohnenangriffe und Beschuss hätten in den vergangenen Wochen zivile Infrastruktur beschädigt, Versorgungswege unterbrochen und die lebenswichtige Grundversorgung weiter beeinträchtigt. Eine weitere Verschlechterung könnte den humanitären Zugang in andere Teile der Region erheblich weiter erschweren.

Der seit mehr als drei Jahren währende Krieg im Sudan hat zu einer der größten humanitären Krisen weltweit geführt. Mehr als 13 Millionen Menschen wurden vertrieben, die Hälfte der Bevölkerung ist auf Hilfe angewiesen und hat nicht genug zu essen. Der Zugang zu Hilfe ist besonders in den umkämpften Gebieten extrem eingeschränkt.