Berlin, La Guaira (epd). Nach dem verheerenden Erdbeben in Venezuela beobachtet Mareike Harms, Helferin beim Technischen Hilfswerk (THW), ein großes Engagement der Bevölkerung bei der Bewältigung der Krise. „Wir erleben vor Ort viel Solidarität“, sagte Harms dem Evangelischen Pressedienst (epd): „Viele Leute aus anderen Regionen und Betroffene kommen mit Hilfsgütern und suchen selbst nach Überlebenden.“
Das Ausmaß der Zerstörung sei groß, sagte Harms. „In La Guaira, wo wir eingesetzt sind, finden wir viele eingestürzte Häuser.“ Die ehrenamtliche THW-Helferin kam Freitagabend mit einer Sucheinheit an, die versucht, in den Trümmern noch Überlebende zu finden und zu retten. Mehr als 72 Stunden nach einer solchen Katastrophe wird dies unwahrscheinlicher. „Aber es gibt immer wieder Wunder“, sagte Harms. Ihr Team habe jedoch noch keine lebende Person gefunden.
Aufräumarbeiten laufen an
Venezuela war vergangene Woche von zwei aufeinanderfolgenden Beben mit einer Stärke von 7,2 und 7,5 auf der Richterskala getroffen worden. Zuletzt bestätigte die venezolanische Regierung mehr als 1.700 Tote. Knapp 16.000 Menschen haben demnach ihre Wohnung verloren.
„Derzeit sehen wir, wie parallel zu den Rettungsarbeiten auch die ersten Aufräumarbeiten anlaufen“, sagt Harms, deren Einsatz in der Küstenregion für maximal zehn Tage geplant ist. Ihr Team sucht laut Harms mit der Hilfe von Hunden und technischem Material innerhalb der Trümmer nach Lebenszeichen. Sofern sie keine Lebenszeichen finden, könnten sie lediglich bestätigen, dass unter den Trümmern niemand mehr lebt. „Auch das ist für die Angehörigen wichtig, weil wir ihnen Sicherheit bringen können“, sagte Harms.
Das Beben in Venezuela war das schwerste seit mehr als 100 Jahren. Aufgrund von Misswirtschaft und internationalen Sanktionen herrschte in Venezuela schon vor dem Beben eine humanitäre Krise.




