Studie bemängelt Praxis der Inklusion in Schulen

Studie bemängelt Praxis der Inklusion in Schulen
Der Anteil der Kinder, die eine Förderschule besuchen, sinkt einer Studie zufolge nur langsam. Das Institut für Menschenrechte vermutet, dass es zudem eine verdeckte Exklusion gibt.

Berlin (epd). 17 Jahre nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention sieht das Deutsche Institut für Menschenrechte die Inklusion in deutschen Schulen nur mangelhaft umgesetzt. Der Anteil von Schülerinnen und Schülern, die an Förderschulen unterrichtet werden, ist laut einer am Dienstag in Berlin vorgestellten Studie des Instituts zwischen den Schuljahren 2008/09 und 2024/25 von 4,9 auf 4,3 Prozent gesunken. Diese Exklusionsquote sei aber wahrscheinlich höher, da es in einigen Bundesländern einen Trend zu Sonderklassen in allgemeinen Schulen gebe.

Die höchste Exklusionsquote wies demnach mit 6,5 Prozent Sachsen-Anhalt auf. Auch in Sachsen und Baden-Württemberg (je 5,3 Prozent), Nordrhein-Westfalen (5,0 Prozent) und Bayern (4,7 Prozent) gingen überdurchschnittlich viele Kinder auf Förderschulen. Die geringsten Exklusionsquoten hatten Bremen (0,8 Prozent), Schleswig-Holstein (2,3 Prozent) und Hamburg (2,4 Prozent). In einigen Bundesländern stieg die Exklusionsquote in den vergangenen 17 Jahren sogar, am stärksten in Rheinland-Pfalz (plus 0,7 Prozentpunkte).

Eltern fühlen sich in Richtung Förderschulen gedrängt

Befragte Eltern bemängelten in der Studie, dass Beratungen über die richtige Schulform häufig nicht ergebnisoffen seien. 41,4 Prozent von ihnen gaben an, in Richtung einer Förderschule beraten worden zu sein, im Vergleich zu 24,2 Prozent, die antworteten, ihnen sei zur Inklusion in einer allgemeinen Schule geraten worden. Zeige eine Beratung inklusive Optionen auf, steige die Wahrscheinlichkeit, diese Option zu wählen, teilte das Institut für Menschenrechte mit.