Verfassungsschutz: Rechtsextreme Szene größer geworden

Verfassungsschutz: Rechtsextreme Szene größer geworden
Einmal im Jahr gibt der Verfassungsschutz einen Überblick über die Szenen der Extremisten in Deutschland. Die Zahl der Rechtsextremisten ist nach seiner Einschätzung weiter gestiegen.

Berlin (epd). Die rechtsextreme Szene ist nach Einschätzung des Bundesamts für Verfassungsschutz weiter gewachsen. Wie aus dem am Dienstag in Berlin veröffentlichten Bericht für das vergangene Jahr hervorgeht, wird ihr ein Potenzial von rund 58.700 Anhängern zugerechnet. Das sind gut 8.000 mehr als im Jahr zuvor. Die Steigerung hängt dem Bericht zufolge vor allem mit der gewachsenen Anhängerschaft der AfD zusammen, die vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall für verfassungsfeindliche Bestrebungen geführt wird.

Angesichts der steigenden Mitgliederzahl der Partei sei davon auszugehen, dass sich auch das extremistische Personenpotenzial innerhalb der AfD entsprechend vergrößert habe, heißt es im Bericht. Der Verfassungsschutz gibt in seinem Bericht die Einschätzung, dass 28.000 Anhänger der AfD der rechtsextremen Szene zuzurechnen seien. Im Jahr davor waren es 20.000.

Im Fokus rechtsextremer Agitation Asyl und Migration

15.600 der Rechtsextremisten insgesamt in Deutschland werden als gewaltbereit eingestuft. Die Zahl ist gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen (2024: 15.300). Zur Verbreitung ihrer Narrative bemühten sich Rechtsextremisten um den Anschluss an den gesellschaftlichen Diskurs, analysiert der Verfassungsschutz. Im Fokus rechtsextremistischer Agitation stünden weiter die Themen Asyl und Migration.

Die linksextreme Szene ist laut Verfassungsschutz ebenfalls gewachsen. Ihr rechnet das Bundesamt rund 42.200 Personen zu, etwa 4.200 mehr als im Vorjahr. 11.600 Anhänger dieser Szene werden als gewaltbereit eingestuft.