Peru: Rechte Keiko Fujimori gewinnt Stichwahl

Peru: Rechte Keiko Fujimori gewinnt Stichwahl
Bei der Präsidentenwahl in Peru hat die Tochter des von 1990 bis 2000 autoritär regierenden Alberto Fujimori knapp gesiegt.

Berlin, Lima (epd). In Peru hat die rechte Politikerin Keiko Fujimori die Präsidentschaftswahlen offiziell gewonnen. Gut drei Wochen nach der Stichwahl teilte die nationale Wahlbehörde (ONPE) in der Nacht zum Dienstag (Ortszeit) mit, dass Fujimori nach Auszählung aller Stimmen 50,1 Prozent erhalten habe. Die Tochter des von 1990 bis 2000 autoritär regierenden Alberto Fujimori lag gut 55.000 Stimmen vor dem linken Kandidaten Roberto Sánchez. Dieser räumte in einem Interview seine Niederlage ein.

Die neu gewählte Präsidentin von Peru gab sich nach dem Wahlsieg kompromissbereit. „Wir wissen, dass unser Land geteilt ist und müssen daher die beiden Seiten zuhören“, sagte Fujimori laut der Zeitung „La República“. Sie wolle zudem mit weiteren Ankündigungen warten, bis die ONPE sie auch offiziell zur Wahlsiegerin erklärt.

Unterlegener Kandidat plant rechtliche Schritte

Der unterlegene Kandidat Sánchez sprach hingegen von einem illegitimen Wahlsieg. Fujimori habe über mehrere Jahrzehnte wichtige Positionen innerhalb des Staates mit ihren Gefolgsleuten besetzt. Dies habe das Ergebnis entscheidend beeinflusst, sagte er. Er kündigte weiter an, juristisch gegen Unregelmäßigkeiten vorzugehen, die aus seiner Sicht vorgefallen sind.

Es war das vierte Mal, dass die Präsidententochter Fujimori zur Wahl antrat. Bei den beiden vorherigen Wahlen unterlag sie mit 0,25 und 0,24 Prozent der Stimmen. Sie wird von der US-Regierung unterstützt und will mit harter Hand gegen Kriminalität vorgehen. Irregulär im Land lebende Migranten sollen ausgewiesen werden. Ihre Partei „Fuerza Popular“ besitzt in den beiden Kammern des Kongress lediglich rund ein Viertel der Sitze.