Nairobi (epd). Inmitten der Anti-Migrations-Proteste in Südafrika holt auch Uganda Landsleute zurück. Die Regierung werde Charterflüge bereitstellen, meldete die Zeitung „Monitor“ am Montag. Bei den teils gewaltsamen Protesten wurde auch ein Mann aus Uganda getötet, wie die ugandische Botschaft in Südafrika am Sonntagabend bestätigte.
Rund 750 ugandische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger hätten sich bis Sonntag zur freiwilligen Ausreise gemeldet, weil sie sich in Südafrika nicht mehr sicher fühlen, erklärte die Regierung in Kampala. Viele afrikanische Migranten, die teils seit Jahrzehnten in Südafrika leben, haben das Land bereits verlassen. Unter anderem haben Nigeria, Ghana, Malawi und Kenia die Ausreise von Staatsbürgern organisiert. Nigeria und Ghana kündigten weitere Rückholungsflüge noch bis Dienstag an.
Frist zum 30. Juni
Die Anti-Einwanderungs-Bewegung „March and March“ hat Einwanderer ohne gültige Aufenthaltspapiere aufgefordert, Südafrika bis zum 30. Juni zu verlassen. Sie macht Migrantinnen und Migranten aus anderen afrikanischen Ländern für Arbeitslosigkeit, Kriminalität und die Überlastung öffentlicher Dienstleistungen verantwortlich.
Die Frist hat unter den Eingewanderten Angst vor einer möglichen Eskalation geschürt. So haben laut südafrikanischen Medien in den vergangenen Tagen Tausende Malawierinnen und Malawier, die zurückgeflogen werden wollen, in der Millionenstadt Durban aus Angst vor Verfolgung ihre Häuser verlassen und sich mit wenigen Habseligkeiten in einem Park in einem Vorort zusammengefunden.
Als größte und am stärksten industrialisierte Volkswirtschaft der Region bietet Südafrika vergleichsweise bessere Verdienstmöglichkeiten. Allerdings sind Visa- und Asylverfahren häufig langwierig, und die Behörden kämpfen mit einem erheblichen Rückstau in der Bearbeitung von Anträgen. Dadurch rutschen auch immer wieder legal Eingereiste nach Ablauf ihrer Dokumente in die Illegalität.




