Berlin (epd). In der Debatte um die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich Altbundespräsident Joachim Gauck für eine Frau im höchsten Staatsamt ausgesprochen. Er halte es „für absolut angezeigt, dass es eine Frau wird“, sagte Gauck der „Welt am Sonntag“: „Wenn wir sehen, an wie vielen Stellen Frauen das Gemeinwesen tragen, wäre eine Bundespräsidentin schlicht ein folgerichtiges Signal.“
Allerdings warnte Gauck, der von 2012 bis 2017 Bundespräsident war, auch: „Wenn die Debatte rein auf die Geschlechterfrage reduziert wird, ist das in der Tat nicht gut.“ Ein Mann an der Spitze müsse selbstverständlich weiter möglich sein. „Was wir primär brauchen, ist eine überzeugende, integrierende Figur.“
Wahl am 30. Januar 2027
Die Wahl des neuen Bundespräsidenten durch die Bundesversammlung ist für den 30. Januar 2027 geplant. Der Versammlung gehören neben den 630 Bundestagsabgeordneten ebenso viele von den Landtagen entsandte Mitglieder an.
Bundespräsident Steinmeier beendet am 18. März 2027 seine zweite Amtszeit und kann sich nicht erneut zur Wahl stellen. Eine Bundespräsidentin gab es in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland noch nie.




