Ulm (epd). Der 650. Geburtstag des Ulmer Münsters im nächsten Jahr soll als Stadtfestival mit breiter Beteiligung gefeiert werden. Unter dem Motto „WIR MÜNSTERN“ sind Vereine, Schulen, Künstler, Chöre, Handwerksbetriebe, Initiativen und Bürger aufgerufen, sich mit eigenen Beiträgen am „offenen Fest der Stadtgesellschaft“ zu beteiligen, teilte die Stadt Ulm am Freitag mit. Denn das Münster, dessen Grundstein am 30. Juni 1377 gelegt wurde, sei von Anfang an immer eine „Bürgerkirche“ gewesen. Bis heute sei es ein „allgemeiner Versammlungsraum ohne Hemmschwellen und über alle konfessionellen und weltanschaulichen Grenzen hinweg“, sagte der Ulmer Oberbürgermeister Martin Ansbacher (SPD) dem Evangelischen Pressedienst (epd).
Eine erste Plakatkampagne „Noch 365x schlafen“ weist bereits jetzt auf das Jubiläum hin, das unter der Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission steht. Die evangelische Münstergemeinde bittet im Projekt „Das Münster & ich“ Ulmer Bürger um ihre persönlichen Geschichten, Erinnerungen und Erlebnisse rund ums Münster. Diese Beiträge sollen im Jubiläumsjahr in einer Social-Media-Reihe, einer Printveröffentlichung und einer Ausstellung präsentiert werden. Auch der traditionelle Handwerksmarkt rund ums Münster vom 2. bis 4. Juli 2027 steht im Zeichen des Jubiläums: Die Münsterbauhütte führt historische und moderne Techniken vor und zeigt, wie viel Wissen, Können und Zusammenarbeit in dem historischen Bauwerk stecken.
Größte protestantische Kirche in Deutschland
Das Ulmer Münster ist mit rund 124 Metern Länge, über 48 Metern Breite und gut 41 Metern Höhe die größte protestantische Kirche in Deutschland. Der knapp 162 Meter hohe Turm ist der weltweit zweithöchste Kirchturm. Das Münster, für dessen baulichen Unterhalt 2,7 Millionen Euro pro Jahr aufgewendet werden müssen, besuchen jährlich über eine Million Menschen - zu Besichtigung, Gottesdienst, Andacht oder kulturellen Veranstaltungen. Durch seine Dimensionen sei das Münster ein „Mammutprojekt“, sagt der Ulmer Dekan Torsten Krannich. Von Generation zu Generation sei es als „Glaubens- und Identifikationsort“ bewahrt worden.




