Bonn (epd). Der Deutsche Tierschutzbund fordert einen verpflichtenden Sachkundenachweis für Tierhalter, unabhängig von der Tierart. „Tierhalter sollten sich bereits vor der Anschaffung mit den Bedürfnissen und dem Verhalten eines Tieres sowie den anfallenden Kosten auseinandersetzen“, erklärte Fachreferentin Lisa Hoth-Zimak am Freitag in Bonn. Falsche Haltung, Tierleid und Überforderung resultierten häufig aus mangelndem Wissen. Deshalb sollten grundlegende Kenntnisse zu Haltung, Ernährung und Verhalten der jeweiligen Tierart Voraussetzung für die Anschaffung eines Tieres sein.
Der Tierschutzbund verwies als Beispiel auf Österreich. In der Alpenrepublik müssen Hundehalter ab dem 1. Juli ihre Sachkunde nachweisen. Für die Haltung von Reptilien, Amphibien und bestimmten Papageienvögeln ist dies dort bereits länger vorgeschrieben.
Niedersachsen und Bremen führen „Hundeführerschein“ ein
In Deutschland gebe es dagegen keine bundeseinheitliche Vorgabe, kritisierte der Tierschutzbund. Hierzulande existierten nur vereinzelte Regelungen auf Landesebene, etwa für die Haltung von „Gefahrtieren“ wie Giftschlangen oder für Hunde, deren Rasse als potenziell gefährlich eingestuft wird. Nur in Niedersachsen und zukünftig auch in Bremen müssten alle Ersthundehalter einen sogenannten Hundeführerschein absolvieren.




