Festnahmen bei Gedenken an Opfer von Polizeigewalt in Kenia

Festnahmen bei Gedenken an Opfer von Polizeigewalt in Kenia
Was 2024 mit Protesten gegen höhere Steuern begann, hat sich zu einer Bewegung gegen Polizeigewalt entwickelt. Am Donnerstag gingen die Sicherheitskräfte erneut hart gegen Demonstrierende vor.

Nairobi (epd). In Kenia haben in mehreren Städten Menschen gegen Polizeigewalt demonstriert. Sie gedachten der Opfer der Sicherheitskräfte bei Protesten im Juni 2024 und 2025. Dabei wurden in der Hauptstadt Nairobi mehrere Aktivisten und Journalisten festgenommen und zum Verhör in die Polizeizentrale gebracht, wie die Zeitung „The Star“ am Donnerstag berichtete. Die Demonstranten legten Blumen nieder, bevor sie von der Polizei vertrieben wurden.

Im Juni 2024 und Juni 2025 wurden laut Menschenrechtsorganisationen bei Protesten, die vor allem von der sogenannten Generation Z angeführt wurden, insgesamt mehr als 100 unbewaffnete Demonstrierende und Unbeteiligte durch Gewalt der Sicherheitskräfte getötet. Auslöser der Proteste 2024 rund um den 25. Juni waren geplante Steuererhöhungen sowie eine allgemeine Unzufriedenheit mit der Regierung, die in Teilen der Bevölkerung bis heute anhält.

Straßensperren, Tränengas und Gewalt

Um erneute Proteste zum Jahrestag zu behindern, blockierte die Polizei in Nairobi bereits am frühen Donnerstagmorgen die wichtigsten Einfallstraßen. Die Menschen sollten damit gehindert werden, ins Stadtzentrum zu gelangen. Das stehe im Widerspruch zu Gerichtsbeschlüssen aus dem vergangenen Jahr, die dazu anhielten, Straßen nur mit rechtzeitiger Bekanntgabe zu blockieren, damit die Bürger ihre Routen planen können, erklärte die kenianische Menschenrechtskommission.

Zudem setzten die Sicherheitskräfte schon am Morgen Tränengas ein und gingen teils brutal gegen Demonstrantinnen und Demonstranten vor. Auch in anderen Städten wie Mombasa und Nakuru gab es kleinere Kundgebungen, mit einem Großaufgebot der Polizei.

Vor wenigen Tagen hatte die Regierung die Höhe der Kompensationszahlungen an Familien von Opfer von Polizeigewalt im Rahmen der Proteste bekannt gegeben. Aktivistinnen und Aktivisten forderten jedoch, dass die Verantwortlichen darüber hinaus belangt würden.