Bonn (epd). Die Hilfsorganisation Care fordert, beim Wiederaufbau in der Ukraine Frauen und Kinder stärker zu berücksichtigen. Bei der Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine gebe es in diesem Jahr kein separates thematisches Panel zu Geschlechtergerechtigkeit, kritisierte die Organisation am Donnerstag in Bonn. „Damit läuft das Thema Gefahr, noch stärker an den Rand gedrängt zu werden.“ Es sei jedoch unerlässlich, dass diese Bedürfnisse und Perspektiven in der Wiederaufbauplanung berücksichtigt werden.
Die Konferenz sollte am Donnerstag und Freitag im polnischen Danzig stattfinden. Dabei beraten Regierung, Zivilgesellschaft und Wirtschaft. „Ein echter Wiederaufbau kann nicht ohne diejenigen gestaltet werden, die die Ukraine jeden Tag von Grund auf neu aufbauen“, sagte Michael McGrath, Landesdirektor von Care Ukraine. Ukrainische Frauen hielten die lokale Wirtschaft am Laufen und sorgten für das soziale Gefüge des Landes. Sie müssten umfassend und direkt an allen Diskussionen und Entscheidungsprozessen beteiligt werden.
Traumaversorgung und psychosoziale Hilfe wiederaufbauen
Beim Wiederaufbau dürfe es nicht nur um die physische Infrastruktur gehen, mahnte Care. Ebenso müssten Arbeitsmöglichkeiten, Traumaversorgung, psychosoziale Hilfe und langfristige Unterstützung für Überlebende geschlechtsspezifischer Gewalt sichergestellt werden. Nur so könnten die Menschen auch ihr Leben wieder aufbauen.




