EU-Staaten dringen auf härteres Vorgehen gegen Ultra Fast Fashion

EU-Staaten dringen auf härteres Vorgehen gegen Ultra Fast Fashion
Von Fast Fashion zu Ultra Fast Fashion: Die EU soll Billigmode stoppen, fordern Deutschland und vier weitere EU-Staaten.

Luxemburg (epd). Deutschland, Frankreich, Dänemark, die Niederlande und Slowenien fordern härtere Maßnahmen der EU gegen sogenannte Ultra Fast Fashion. „Der Ressourcenverbrauch ist enorm. Letztendlich werden diese Textilien für den Mülleimer produziert“, kritisierte Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth am Donnerstag beim EU-Umweltrat in Luxemburg. Unternehmen, die mit diesem Geschäftsmodell Gewinne erzielten, müssten sich stärker an den dadurch entstehenden Kosten beteiligen.

In einem gemeinsamen Papier warnen die fünf Länder, Ultra Fast Fashion fördere Überkonsum, verkürze die Lebensdauer von Textilien und belaste Abfall- und Recyclingsysteme. Zudem verweisen sie auf Gesundheits- und Umweltgefahren durch Schadstoffe und Mikroplastik. Der ständige Druck, immer neuen Modetrends zu folgen, könne insbesondere bei jungen Menschen psychische Belastungen und übermäßiges Konsumverhalten fördern. Auch entstünden Wettbewerbsnachteile für europäische Unternehmen, die nachhaltiger produzierten als Anbieter aus Drittstaaten, die oft nur unzureichend kontrolliert würden.

Staaten fordern strengere Vorgaben

Die fünf Länder verlangen deshalb strengere EU-Vorgaben für die Haltbarkeit, Reparierbarkeit und Recyclingfähigkeit von Textilien. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten zudem besser über die Umweltauswirkungen von Kleidung informiert werden. Die EU-Kommission solle eine europaweite Definition von Ultra Fast Fashion entwickeln und die Herstellerverantwortung so ausgestalten, dass Unternehmen mit besonders umweltschädlichen Geschäftsmodellen höhere Kosten für die Entsorgung ihrer Produkte tragen.

Darüber hinaus fordern die Staaten schärfere Kontrollen von Online-Plattformen und eine bessere Marktüberwachung. Produkte, die über Online-Marktplätze verkauft werden, müssten die EU-Vorschriften für Textilien ebenso einhalten wie Waren europäischer Hersteller.