Nur wenige junge Frauen beantworten Fragebogen zum Wehrdienst

Nur wenige junge Frauen beantworten Fragebogen zum Wehrdienst
Die Bundeswehr hat eine erste Bilanz gezogen zu den seit Jahresbeginn versandten Schreiben an 18-Jährige. Die allermeisten Männer kommen ihrer Antwortpflicht nach, Frauen beantworten die Fragen selten.

Berlin (epd). Das neue Wehrdienst-Anschreiben für alle 18-Jährigen wird nur von wenigen Frauen beantwortet, denen das Ausfüllen des Fragebogens anders als jungen Männern freisteht. Seit Jahresbeginn seien rund 298.200 junge Menschen kurz nach deren 18. Geburtstag angeschrieben worden, 153.200 Briefe gingen an Männer. 96 Prozent der Männer, aber nur 4 Prozent der Menschen anderen Geschlechts hätten den digitalen Fragebogen zu einem möglichen Interesse an einem Dienst bei der Truppe ausgefüllt, teilte das Verteidigungsministerium am Mittwochabend in Berlin mit.

Männern, die den Fragebogen auch nach einer Erinnerung nicht ausfüllen, droht ein Ordnungswidrigkeitsverfahren. Deren Pflicht zur Beantwortung der Fragen resultiert aus dem Grundgesetz: Nur Männer könnten zum Dienst in den Streitkräften verpflichtet werden. Bei Frauen ist das laut Grundgesetz nicht möglich. Sie können aber freiwillig Soldatin werden.

Auf einer Skala von 0 bis 10 wird mit dem Fragebogen erhoben, ob ein Interesse an einem Dienst bei der Bundeswehr besteht. Mehr als jeder fünfte Mann habe mindestens einen Wert von 1 genannt und damit ein Mindestinteresse signalisiert, teilte das Ministerium mit.

Rekord bei neuem Personal

Laut Verteidigungsministerium wurden infolge der Fragebögen und anschließenden Gespräche 1.500 18-Jährige gemustert. Mehr als 530 interessierte junge Menschen seien inzwischen fest eingeplant für einen Dienst als Soldatin oder Soldat.

Parallel fänden im Rahmen der herkömmlichen Personalgewinnung Beratungs- und Assessmenttermine bei den Karrierecentern der Bundeswehr statt. Dort melden sich Interessierte aller infrage kommender Altersgruppen. 2026 gingen daraus laut Ministerium bisher rund 38.500 Bewerbungen und etwa 11.000 Einstellungen für alle Laufbahnen hervor. Das sei ein Plus von rund 24 Prozent bei den Bewerbungen beziehungsweise 13 Prozent bei den Neueinseallungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum. 2025 sei bereits ein Rekordjahr der Personalgewinnung gewesen.