Immer mehr Erwerbsminderungsrenten wegen PTBS

Immer mehr Erwerbsminderungsrenten wegen PTBS

Düsseldorf (epd). Im vergangenen Jahr gab es knapp 74.800 Neuzugänge in die Erwerbsminderungsrente wegen psychischer Erkrankungen. Das geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken hervor, über die die Düsseldorfer „Rheinische Post“ (Donnerstag) berichtet. So hoch lag der Wert zuletzt 2016. Deutlich gestiegen ist dabei die Zahl der neuen Erwerbsminderungsrenten wegen einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS): von 1.973 im Jahr 2016 auf 3.195 im vergangenen Jahr. In seiner Antwort bezieht sich das Ministerium auf Zahlen der Deutschen Rentenversicherung.

Die Linken-Bundestagsabgeordnete Anne Zerr geht davon aus, dass bei PTBS auch Belastungen im Arbeitskontext eine Rolle spielen. „Nicht selten entsteht das Trauma genau dort, wo Menschen für uns alle den Laden am Laufen halten: beim Rettungseinsatz, auf der Intensivstation, im Fahrerstand der Bahn“, sagte Zerr der „Rheinischen Post“. Sie sprach sich daher dafür aus, PTBS und andere arbeitsbedingte psychische Erkrankungen in die Liste der Berufskrankheiten aufzunehmen, damit Betroffene Anspruch auf die besseren Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung hätten.