Bischöfin Fehrs: Mehr Solidarität wagen

Bischöfin Fehrs: Mehr Solidarität wagen

Berlin (epd). In der Debatte über die Zukunft des Sozialstaats hat die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Kirsten Fehrs, mehr Solidarität und Ehrlichkeit gefordert. Die notwendige Reform dürfe nicht zu einer weiteren Spaltung zwischen Leistungsempfängern und Beitragszahlern führen, sagte die Hamburger Bischöfin am Mittwoch beim Johannisempfang der EKD in Berlin.

Zwar werde zu Recht auf den demografischen Wandel, die Generationengerechtigkeit sowie steigende Verteidigungsausgaben und eine geringere Wirtschaftskraft hingewiesen. Die Debatte sei jedoch verhärtet und verzerrt, kritisierte sie. Auf der einen Seite stünden Bedürftige, denen soziale Leistungen womöglich nicht zugestanden würden, auf der anderen Seite diejenigen, die die Lasten des Systems trügen. Dabei gerate aus dem Blick, dass jeder Mensch früher oder später selbst auf Unterstützung angewiesen sein könne.

Fehrs: Sozialstaat braucht Gemeinschaft

Der Sozialstaat brauche „eine starke Gemeinschaft, die ihn trägt“, sagte Fehrs. Die in der Gesellschaft verankerte Solidarität dürfe nicht erodieren. Als einen möglichen Ansatz nannte Fehrs eine stärkere Orientierung an lokalen und regionalen Strukturen, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt vor Ort zu stärken.