Mehr als 4.000 antimuslimische Vorfälle

Mehr als 4.000 antimuslimische Vorfälle
Die Organisation Claim hat erneut mehr antimuslimische Übergriffe in Deutschland dokumentiert. Überproportional oft waren Frauen betroffen.

Berlin (epd). Die Zahl der dokumentierten antimuslimischen Vorfälle ist 2025 bundesweit um 33 Prozent angestiegen. Die Organisation Claim habe im vergangenen Jahr 4.096 Fälle verzeichnet, darunter auch zwei Tötungsdelikte aus antimuslimischen Motiven, sagte die Co-Geschäftsführerin Rima Hanano am Mittwoch in Berlin. Zudem seien 214 Körperverletzungen erfasst worden. 2024 seien es insgesamt 3.080 Fälle gewesen, darunter 198 Körperverletzungen.

Mit mehr als 61 Prozent machten verbale Angriffe den größten Anteil aller Vorfälle aus, gefolgt von Diskriminierungen mit 21,5 Prozent, hieß es. In 61 Fällen seien Moscheen Ziel von Attacken gewesen. Mit fast zwei Dritteln der Fälle seien Frauen besonders häufig betroffen gewesen.

Ein Teil der dokumentierten Vorfälle könne dem rechtsextremen Spektrum zugeordnet werden, sagte Hanano. Antimuslimischer Rassismus sei jedoch „nicht nur am rechten Rand zu verorten“, er komme aus der Mitte der Gesellschaft.

38 Beratungs- und Meldestellen

Das Lagebild von Claim basiert den Angaben zufolge unter anderem auf den Meldungen von 38 Beratungs- und Meldestellen sowie communitybasierten Initiativen aus 15 Bundesländern sowie den Fallzahlen der politisch motivierten Kriminalität und Polizeimeldungen.

Diskriminierungen und Übergriffe würden oberhalb und unterhalb der Strafbarkeitsgrenze erfasst, hieß es. Dabei sei die Betroffenenperspektive zentral. Claim ist nach eigenen Angaben eine bundesweit tätige Organisation, die antimuslimischen Rassismus sichtbar machen will.