Berlin (epd). Der Paritätische Gesamtverband beurteilt die Empfehlungen der Rentenkommission zumindest in Teilen als nicht gerecht. Die Vorschläge seien „weiterführend, aber auch unzureichend und sozial unausgewogen“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands, Joachim Rock am Dienstag in Berlin. Er vermisst nach eigenen Worten insbesondere Vorschläge, die Altersarmut zu bekämpfen.
Die Kommission hatte zuvor ihren Bericht an die Bundesregierung übergeben. Rock kritisierte deren Empfehlung, die Rente mit 63 abzuschaffen und den Nachhaltigkeitsfaktor wieder und stärker einzusetzen, was dazu führen soll, dass Renten weniger stark als die Löhne steigen. Damit drohten vielen Rentnerinnen und Rentnern zusätzliche Belastungen. „Verbesserungen für Menschen im Grundrentenbezug und bei den Erwerbsminderungsrenten bleiben aus“, kritisierte Rock.
Skepsis gegenüber verpflichtender Kapitalrente
Auch die vorgeschlagene verpflichtende Kapitralrente kritisierte der Sozialverband. „Wenn wie in Schweden die Erträge der Kapitalrente auch aus Immobilienkonzernen mit überteuerten Mieten stammen, fließt das Geld der Versicherten in die Spekulation mit Grundgütern des Alltags“, sagte Rock.
Andere Vorschläge lobte er, etwa die Übertragung rentenpolitischer Maßnahmen auf Beamte und erleichterte Möglichkeiten für frühere Rente aus gesundheitlichen Gründen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) kündigten nach der Entgegegennahme des Berichts der Rentenkommission an, das Paket komplett umsetzen zu wollen.




