Katholische Kirche: Höheres Renteneintrittsalter "probates Mittel"

Katholische Kirche: Höheres Renteneintrittsalter "probates Mittel"
Die Empfehlungen der Rentenkommission dürften für Diskussionen sorgen. Die katholische Kirche findet erst einmal lobende Worte. Die Erhöhung des Renteneintrittsalters hält sie für ein "probates Mittel", die Abschaffung der Rente mit 63 "sinnvoll".

Berlin (epd). Die katholische Kirche hat die Empfehlungen der Rentenkommission begrüßt, die unter anderem eine Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung vorsehen. Die Grenze bis 2041 zunächst auf 67,5 Jahre moderat ansteigen zu lassen, scheine „ein probates Mittel zu sein, um die finanziellen Probleme der gesetzlichen Rentenversicherung zu mildern“, erklärte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, am Dienstag.

Der Bischof von Münster bezeichnete auch die vorgeschlagene Abschaffung der Rente mit 63 als „sinnvoll“ und begrüßte die Empfehlung zur Wiedereinsetzung des Nachhaltigkeitsfaktors, der den Anstieg der Renten bremsen soll. Wilmer, der als Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen auch der Experte für das Thema innerhalb der Bischofskonferenz ist, betonte insgesamt die Notwendigkeit für Reformen und die Bedeutung der gesetzlichen Rente. „Die Solidarität einer Gesellschaft zeigt sich im erwerbs- und umlagebasierten Rentensystem wie in einem Brennglas“, sagte er.

Merz: Kapitalrente „Versprechen der christlichen Soziallehre“

Gleichwohl unterstützte er auch den Vorschlag, mit einem zusätzlichen Beitragssatz eine verpflichtende Kapitalrente einzuführen, um das Rentenniveau langfristig zu sichern. Bei der Vorstellung des Berichts der Kommission hatte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei diesem Vorschlag auf die Kirchen verwiesen.

Mit diesem neuen Rentenmodell werde die Teilnahme breiter Bevölkerungsgruppen am Vermögenszuwachs der Volkswirtschaft organisiert, sagte Merz: „Das ist das letzte, bisher nicht eingelöste Versprechen der christlichen Soziallehre, nämlich die Beteiligung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern am Zuwachs unserer Volkswirtschaft über den Kapitalmarkt.“