Entwicklungsministerin: "Frieden ist harte Arbeit"

Entwicklungsministerin: "Frieden ist harte Arbeit"
Sieben Entwicklungsdienste und die Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung haben gemeinsam zu einem Tag des Danks eingeladen. Auch die Bundesentwicklungsministerin würdigte die zivile Friedensarbeit.
22.06.2026
epd
Von Linn Manegold (epd)

Berlin (epd). Am sogenannten „Danktag“ hat sich die Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan (SPD) am Montag bei zurückgekehrten Fachkräften aus dem Entwicklungs- und Friedensdienst bedankt. Knapp 200 Fachkräfte, die sich in Ländern des Globalen Südens engagierten, wurden in Berlin gewürdigt. „Frieden ist harte Arbeit, aber diese Arbeit ist gerade jetzt unverzichtbar“, sagte Alabali-Radovan mit Blick auf die wichtige Tätigkeit der Rückkehrerinnen und Rückkehrer.

„Vertrauen ist die zentrale Voraussetzung für Frieden und Frieden ist die größte strategische Aufgabe unserer Zeit“, bekräftigte Alabali-Radovan. Das Motto des Tages, „Den Frieden suchen - nah und fern“, legte daher den Fokus auf eine maßgebliche Aufgabe der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterschiedlicher Organisationen. Für ihre Arbeit verdienten die knapp 200 geladenen Gäste „öffentlich mehr Anerkennung und Sichtbarkeit“.

„Wir haben Respekt vor Ihrem Mut“

Die Bundesentwicklungsministerin erklärte zudem, dass die Entwicklungsarbeit Deutschlands unter großem öffentlichem Druck stehe. Daher rief sie die Fachkräfte dazu auf, die eigene Geschichte zu erzählen und zu erklären, wieso ihre Arbeit wichtig ist. „Wir brauchen Fürsprecher in der Gesellschaft“, sagte Alabali-Radovan: „Zeigen Sie der Welt da draußen weiterhin, dass Frieden nur gemeinsam entsteht, bei uns in Deutschland, aber eben auch weltweit.“

Der „Danktag“ begann mit einem Gottesdienst in der St. Matthäus-Kirche. „Wir möchten Ihnen danken für Ihren Einsatz und Ihre Rückkehr nach Deutschland feiern“, sagte der katholische Prälat Karl Jüsten zur Eröffnung. Die evangelische Prälatin Anne Gidion verglich in ihrer Predigt die Sendung der Jünger Jesu mit der Sendung der Fachkräfte. Auch ihnen sei Verantwortung übertragen worden, die jeweils unterschiedlich auf der Welt wahrgenommen wurde. „Wir haben Respekt vor Ihrem Mut, Ihrer Anpassungsfähigkeit“, sagte Gidion mit Blick auf die Herausforderungen und Wagnisse, die eine solche Arbeit mit sich bringe.

Gottesdienst, Chorgesang und Fachgespräche

Auf dem Plan standen neben Erzählungen von Rückkehrerinnen und Rückkehrern auch Gesprächsrunden, ein Austausch in Themengruppen und ein Fachgespräch. Dazu sang ein arabischer Frauenchor aus Berlin, „Women in Harmony“.

Der „Danktag“ werde alle zwei Jahre veranstaltet, hieß es. Veranstalterinnen seien die Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung sowie die Arbeitsgemeinschaft der Entwicklungsdienste, zu welcher alle sieben staatlich anerkannten Träger des Entwicklungsdienstes in Deutschland gehören. 2025 standen laut Jahresbericht der Arbeitsgemeinschaft rund 800 Fachkräfte unter Vertrag, die in 83 Länder entsendet wurden. Regionaler Schwerpunkt der Entsendungen sei Afrika mit knapp 50 Prozent der Fachkräfte gewesen, gefolgt von Asien inklusive des Nahen Ostens mit knapp 30 Prozent.