Mainz (epd). Kurz vor Beginn der Sommerferien ist auf dem Territorium einer Mainzer Schule ein unabhängiger Staat ausgerufen worden. Das am Rhein gelegene Schlossgymnasium verwandelt sich bis zum Ende der Woche in das Königreich Schlopolis mit gewählter Regierung, Parlament, Zentralbank und Polizei. Das aufwendig vorbereitete Planspiel soll Schülerinnen und Schüler ein Verständnis für die Funktionsweise eines modernen Staates vermitteln.
Nach welchen Regeln eine Gesellschaft sich organisiere, könne nicht allein durch Auswendiglernen vermittelt werden, sagte die rheinland-pfälzische Bildungsministerium Ute Eiling-Hütig (CDU) am Montag bei der Krönungsfeier des Schülers König Farid: „Demokratie muss erlebt werden.“ Dem Start des Projekts waren mehrjährige Vorbereitungsarbeiten vorangegangen. So wurde für Schlopolis eine eigene digitale Währung entwickelt, mit der auf dem Gebiet des Königreichs bargeldlos bezahlt werden kann.
Schüler werden Unternehmer
Die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler hat eigene Betriebe gegründet oder ist bei diesen angestellt, in denen beispielsweise Snacks verkauft oder Unterhaltungsangebote gemacht werden. Lehrkräfte übernehmen gleichberechtigt mit den Schülern Aufgaben im Staat. Vor dem Start des Planspiels fand im Frühjahr bereits die Wahl für das Parlament von Schlopolis statt, bei der mehrere Parteien um die Sitze konkurrierten.
Der Staat Schlopolis wurde 2026 nach 2011, 2016 und 2022 bereits zum vierten Mal ausgerufen. Auch anderenorts in Deutschland finden unter dem Titel „Schule als Staat“ ähnliche Planspiele statt. Geografischer Schwerpunkt war dabei in der Vergangenheit Baden-Württemberg.




