Berlin (epd). Im Kampf gegen die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo betont die Aktion gegen den Hunger die Bedeutung der Zusammenarbeit mit den Gemeinden vor Ort. Angst, Behandlungsverweigerung und Desinformation bremsten die Eindämmung des Virus, erklärte die Hilfsorganisation am Montag in Berlin. Deshalb habe die Aktion gegen den Hunger die Arbeit mit den Gemeinden intensiviert, etwa mit Aufklärung per Radiosendungen.
„Die Ebola-Epidemie kann nicht ohne das Vertrauen der Menschen gestoppt werden“, betonte Notfallkoordinator Michele Torti. „Damit dieses Vertrauen entsteht, müssen die Menschen die Krankheit besser verstehen.“ Themen seien unter anderem Ebola-Symptome, richtiges Verhalten, Schutzmaßnahmen sowie sichere und würdige Bestattungen. Auch die Schulung von Gesundheitspersonal sei zentral. Sie verbessere das Wissen zu Übertragung, Prävention und Früherkennung.
Psychosziale Hilfe angemahnt
Die Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionskrankheit griffen oft stark in kulturelle Traditionen ein, erklärte Torti. Wegen der hohen Ansteckungsgefahr würden beispielsweise traditionelle Beerdigungen verboten. Die Epidemie treffe außerdem Gemeinden, die bereits unter Unsicherheit und Armut litten. Sie könne neue Traumata auslösen und langfristig die psychische Gesundheit und die Lebensgrundlagen verschlechtern. Deshalb müsse psychosoziale Hilfe fest in die Ebola-Maßnahmen eingebaut werden.
Die Weltgesundheitsorganisation hatte im Mai angesichts des Ebola-Ausbruchs im Kongo den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Für die dort verantwortliche Bundibugyo-Variante des Erregers gibt es bisher weder Medikamente noch eine Impfung. Die Eindämmung der Infektionskrankheit wird durch die Gewalt im Osten des Kongos behindert, wo Regierungstruppen und zahlreiche Milizen um Macht und die Kontrolle über Rohstoffe kämpfen.




