Hildesheim (epd). Junge Menschen fühlen sich einer neuen Online-Befragung zufolge nicht ausreichend in die politischen Entscheidungen zur Wehrpflicht einbezogen. Etwa drei Viertel (74 Prozent) der Befragten seien der Meinung, dass die Entscheidungen vorwiegend durch die Perspektiven von älteren Generationen bestimmt werden, teilte die Universität Hildesheim am Montag mit. Die Uni hatte gemeinsam mit einem Forschungsteam der Goethe-Universität Frankfurt rund 4.000 Menschen im Alter von 15 bis 30 Jahren befragt.
Jungen Menschen gehe es nicht nur um die Frage von Ablehnung oder Befürwortung des neuen Wehrdienstes, hieß es. Sie wünschten sich eine ernsthaft mit Jüngeren geführte politische Diskussionen für die Verbesserung der äußeren Sicherheit Deutschlands. „Junge Menschen erleben dies nicht nur als abstrakte Wahrnehmung, sondern auch als konkretes gesellschaftliches Problem“, sagte Johanna Wilmes vom Frankfurter Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung.
Überforderung, Belastung und Verantwortung
Die Angaben in den Antworten reichten von Überforderung, einem Gefühl von zunehmender Belastung bis zum Wunsch nach mehr Verantwortung für die nationale Sicherheit, hieß es. Etwa 80 Prozent der Befragten hätten geantwortet, dass sie das Thema des neuen Wehrdienstes beschäftige. Während sich eine Mehrheit von 58 Prozent ausreichend informiert fühlte, hätten 41 Prozent dies verneint.
Nur 29 Prozent der Befragten befürworteten den Angaben zufolge die Einführung des neuen Wehrdienstes, 54 Prozent sähen dies eher negativ bis ablehnend, etwa 18 Prozent seien unentschieden. „Sie machen sich angesichts einer komplexen geopolitischen Lage ernsthafte Gedanken und lassen sich nicht einfach einer eindeutigen Pro- oder Contra-Position zuordnen“, sagte Dorothe Kochskämper vom Hildesheimer Institut für Sozial- und Organisationspädagogik.




