Berlin (epd). Die deutsche Vertreterin des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), Katharina Thote, hat vor weiteren Verschärfungen der deutschen und europäischen Flüchtlingspolitik gewarnt. „Wer Steuerung will, muss Schutzsysteme stärken“, sagte Thote am Montag in Berlin mit Blick auf das Versprechen der Bundesregierung, Migration stärker zu kontrollieren. Zugleich forderte sie mehr Mittel für die humanitäre Hilfe.
Mit Blick auf die politisch zugespitzte Asyldebatte in Europa sagte Thote, weniger Schutzsuchende in Europa bedeuteten „nicht weniger Schutzsuchende in der Welt“. Zwei Drittel der Flüchtlinge weltweit lebten in den Nachbarländern ihrer Herkunftsstaaten. Humanitäre Hilfe mache das praktisch möglich. Würden Flüchtlinge durch eine Verschlechterung der Situation noch stärker gefährdet, könne dies dazu führen, dass sie sich auf den Weg in andere Regionen machen.
Thote lehnt Abschiebung in Drittstaaten ab
Thote forderte eine „echte Verantwortungsteilung“ im globalen Flüchtlingsschutz. Dies umfasse die Unterstützung von Erstaufnahmeländern und Schutz entlang der Flüchtlingsrouten. Dazu gehörten zudem Resettlement und andere sichere Zugangswege, nicht aber „die Auslagerung der Verantwortung in Drittländer“, sagte Thote. Mehrere europäische Staaten, darunter Deutschland, wollen konkrete Verhandlungen mit Drittstaaten über die Abschiebung von Flüchtlingen führen.
Thote sprach beim diesjährigen Flüchtlingsschutzsymposium von Kirchen, Sozialverbänden und Menschenrechtsorganisationen. Zum 26. Mal diskutieren dort noch bis Dienstag Mitarbeitende aus der Flüchtlingsarbeit sowie Expertinnen und Experten über aktuelle Themen der deutschen und europäischen Asylpolitik.




