Heiner Wilmer ist neuer Bischof von Münster

Heiner Wilmer ist neuer Bischof von Münster
Gottesdienst im Dom und danach ein Fest der Begegnung: Das Bistum Münster begrüßt seinen neuen Bischof Heiner Wilmer. Seit Sonntag ist er offiziell im Amt. Er steht nun dem mitgliederstärksten unter den 27 Bistümern in Deutschland vor.
21.06.2026
epd
Von Frank Biermann und Marc Patzwald (epd)

Münster (epd). Der neue Münsteraner Bischof Heiner Wilmer ist seit Sonntag offiziell im Amt. „Was für ein Tag, was für ein Klang, was für ein Bild: der Dom voller Menschen, draußen auf dem Domplatz, Menschen von nah und fern“, sagte er im Gottesdienst zu seiner Amtseinführung im St.-Paulus-Dom in Münster. „Kirche ist schön, sie ist attraktiv, gerade wenn Menschen zusammenkommen, miteinander glauben, miteinander singen, miteinander hoffen.“ Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki übernahm als Metropolit der rheinischen Kirchenprovinz die Amtseinführung. Nach dem Gottesdienst folgte noch ein Fest der Begegnung auf dem Domplatz.

Wilmer tritt als 77. Bischof an der Spitze des mitgliederstärksten deutschen Bistums mit rund 1,6 Millionen Katholiken die Nachfolge von Felix Genn an. Dieser überreichte ihm auch den Hirtenstab. Genn war im März 2025 mit 75 Jahren aus Altersgründen zurückgetreten. „16 Jahre lang hast du dieses große und bedeutende Bistum geleitet - mit Umsicht, mit Glauben, mit Menschenfreundlichkeit und mit einer Bescheidenheit, die nie laut sein musste“, würdigte Wilmer seinen Vorgänger. Genn habe tiefe Spuren und große Fußstapfen hinterlassen. In seiner Danksagung grüßte Wilmer zudem die internationalen Gäste unter anderem mit einigen Sätzen auf Spanisch, Polnisch, Englisch und Französisch, bevor er auf Plattdeutsch endete.

Kollegial und Brückenbauer

Zuletzt war der 65-Jährige Bischof von Hildesheim. Seit Ende Februar ist er zudem Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. Deren Grußworte überbrachte sein Stellvertreter, der Fuldaer Bischof Michael Gerber. „Wir haben dich in den vergangenen Jahren als Mitbruder kennengelernt, der aus einer geistlichen Tiefe schöpft, der theologisch fundiert und erfahrungsbezogen authentisch argumentiert“, betonte Gerber. Wilmer sei es ein großes Anliegen, kollegial zu agieren und Brückenbauer zu sein.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) betonte, dass Kirche, wo sie den Menschen nahe sei, Orientierung geben, Hoffnung stiften und Zusammenhalt schenken könne. Die Amtszeit von Wilmer falle in eine „eher schwierige Zeit“, in der Gesellschaft und Kirchen in einem tiefgreifenden Wandel seien. „Gerade in dieser herausfordernden Zeit kann die christliche Botschaft der Liebe ein ganz wichtiger Orientierungspunkt sein“, betonte Wüst. Extremisten hätten es schwierig, dort zu spalten, wo der Zusammenhalt groß sei. „Lassen Sie uns gemeinsam Mutmacher sein und den Angstmachern an den politischen Rändern entgegenstehen“, rief der CDU-Politiker auf.

Ökumenische und persönliche Verbundenheit mit westfälischer Präses

Neben Wüst nahmen unter anderem auch die stellvertretende niedersächsische Ministerpräsidentin Julia Willie Hamburg (Grüne) und der Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide an der Amtseinführung teil. Von der Evangelischen Kirche von Westfalen waren Präses Adelheid Ruck-Schröder und die Theologische Vizepräsidentin Susanne Falcke vor Ort. Aus ihrer Hildesheimer Zeit verbinde ihren Mann und sie mit Bischof Heiner Wilmer „eine sehr schöne ökumenische und persönliche Verbundenheit“, sagte Ruck-Schröder dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Umso mehr freue ich mich jetzt auf weitere Begegnungen und die Vertiefung unseres gemeinsamen Wirkens in Westfalen.“