Berliner Queerbeauftragter: Gefahr lauert überall

Berliner Queerbeauftragter: Gefahr lauert überall
Im Jahr 2025 wurden in Berlin 587 Straftaten gegen queere Menschen gezählt. Laut dem Berliner Queerbeauftragten gibt es in der Stadt mittlerweile ein massives Problem mit Gewalt gegen Queere.

Berlin (epd). Der Berliner Queerbeauftragte Alfonso Pantisano registriert immer mehr Hass und körperliche Übergriffe auf queere Menschen in der Hauptstadt. „Wir haben wirklich ein massives Problem in der Stadt, mit sehr viel Gewalt“, sagte Pantisano am Samstagabend in der RBB-Abendschau. Die Täter seien vielfältig und unterschiedlich: „Es sind Täter jeden Alters, jeder Religion, jeder Herkunft.“ Die Gefahr lauere dabei überall, „in allen Lebensbereichen“. Im vergangenen Jahr wurden in Berlin 587 Straftaten gegen queere Menschen gezählt.

Natürlich konzentrierten sich Probleme in einer Vier-Millionen-Stadt wie Berlin, sagte der SPD-Politiker: Aber die Stimmung habe sich „in ganz Deutschland und weltweit sehr verschlechtert“.

Größte Zahl an Überfällen in Mitte

Zur Ursache sagte der Queerbeauftragte, „wir haben es mit politischen Kräften zu tun, die alles, was nicht der angeblichen Norm entspricht, nicht mehr gut finden“. Das sei zu erleben am Parteiprogramm „bestimmter“ Parteien, aber auch in anderen Ländern, etwa den USA. Auf die Frage nach No-go-Areas für queere Menschen in Berlin sagte Pantisano, das würde von den Menschen individuell entschieden. Die größte Zahl an Überfällen gebe es aber in Mitte: „Da wo wir am sichtbarsten sind, laufen wir Gefahr, angegriffen zu werden.“

Große Sorgen mache ihm zudem der Volkspark Friedrichshain, ein traditioneller Treffpunkt von Schwulen im Osten Berlins. Dort gebe es immer öfter Hetzjagden auf Schwule. „Das ist eine No-go-Area“, sagte Pantisano.